Anteilnahme und Solidarität Von Michael Löffler  | 

ÖRK verurteilt Terroranschlag bei Chanukka-Feier in Sydney

Eine weiße Kerze brennt vor einem schwarzen Hintergrund.
Brennende Kerze als Zeichen des Gedenkens: Bischof Werner Philipp schließt sich der Stellungnahme des ÖRK an und ruft zum Gebet auf.
Bildnachweis: Michael Löffler, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Terroranschlag bei Chanukka-Feier in Sydney: Der ÖRK verurteilt die Tat, Bischof Werner Philipp ruft zu Gebet und Solidarität auf.
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Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) mit Sitz in Genf hat den Terroranschlag bei einer Chanukka-Feier am Bondi Beach in Sydney scharf verurteilt. ÖRK-Generalsekretär Rev. Jerry Pillay sprach von einem »zutiefst erschütternden und in keiner Weise hinnehmbaren Akt der Gewalt«. Es sei besonders verstörend, dass der Angriff zu Beginn des Chanukka-Festes, eines Festes des Lichts, des Glaubens und der Hoffnung, verübt worden sei. Gewalt, die sich gezielt gegen Menschen wegen ihrer religiösen Zugehörigkeit richte, widerspreche dem christlichen Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Der ÖRK erklärte seine Solidarität mit den Opfern, den Hinterbliebenen sowie mit der jüdischen Gemeinschaft weltweit.

Reaktion aus der Evangelisch-methodistischen Kirche

Bischof Werner Philipp, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für Deutschland, schloss sich der Erklärung des ÖRK ausdrücklich an. »Dass ein Fest des Lichts durch Hass und mörderische Gewalt überschattet wird, macht fassungslos«, sagte Philipp. Der Anschlag zeige auf erschreckende Weise, wie bedroht jüdisches Leben auch in der Gegenwart sei.

Was in Sydney geschah

Am Abend des 14. Dezember fielen während einer öffentlichen Feier zur Entzündung der ersten Chanukka-Kerze Schüsse. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 15 Menschen im Alter von etwa 10 bis 87 Jahren getötet, zahlreiche weitere verletzt. Die Veranstaltung am Bondi Beach war von vielen Familien besucht. Die australischen Behörden stufen die Tat als antisemitisch motivierten Terroranschlag ein. International löste das Geschehen Entsetzen und Trauer aus.

Jüdische Stimmen warnen vor wachsendem Antisemitismus

In einem Kommentar der »Jüdischen Allgemeinen«, einer bundesweit erscheinenden jüdischen Wochenzeitung in Deutschland, heißt es, der Anschlag mache auf schmerzhafte Weise deutlich, wie verletzlich jüdisches Leben auch heute noch sei. Wenn ein religiöses Fest des Lichts von Gewalt überschattet werde, sei das ein alarmierendes Zeichen für den wachsenden Antisemitismus in vielen Gesellschaften.

Gebet und Aufruf zur Solidarität

Angesichts der Ereignisse rief Bischof Werner Philipp zu Gebet und Solidarität auf: »Wir beten für die Getöteten, die Verletzten und ihre Angehörigen. Als Kirche stehen wir an der Seite unserer jüdischen Geschwister und widersprechen entschieden jeder Form von Antisemitismus.« Christlicher Glaube bedeute, sich aktiv für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben der Religionen einzusetzen.

 

Weiterführende Links

ÖRK-Erklärung zum Terroranschlag in Sydney (Englisch)

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Chanukka (hebräisch »Einweihung«) ist das jüdische Lichterfest. Es erinnert an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im 2. Jahrhundert vor Christus. Nach jüdischer Überlieferung brannte das geweihte Öl für den Tempelleuchter dort auf wundersame Weise acht Tage lang, obwohl es nur für einen Tag gereicht hätte.

Heute wird Chanukka acht Tage lang gefeiert. An jedem Abend wird an einem neunarmigen Leuchter (Chanukkia) eine weitere Kerze entzündet. Familien kommen zusammen, sprechen Segensgebete, singen Lieder und erinnern an die Bedeutung von Freiheit und Glaubenstreue. Traditionell werden Speisen in Öl zubereitet, etwa Latkes (Kartoffelpuffer), und Kinder spielen mit dem Dreidel, einem Kreisel. Chanukka steht bis heute für Hoffnung, Standhaftigkeit und das Weitergeben von Licht in dunklen Zeiten.