Rahmenschutzkonzept: starke Resonanz zum Start
Das Rahmenschutzkonzept – »Zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland« – mit dem Untertitel »präventiv wirken – konsequent handeln« ist beschlossen und wird seit einem halben Jahr umgesetzt. Es ist online zugänglich, gleichzeitig begleiten Schulungen diesen Prozess. Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Das Thema ist angekommen. Viele Mitarbeitende nehmen ihre Verantwortung wahr und setzen sich mit Fragen von Schutz, Prävention und achtsamem Miteinander auseinander. Die Resonanz ist groß, die Rückmeldungen zu den Schulungen sind positiv.
Große Teilnahme an Schulungen
Ein sichtbares Zeichen dafür sind die zahlreichen Schulungen, die bereits stattgefunden haben. Besonders die Online-Formate der »Prävention 0«, die als grundlegende Einführung in das Rahmenschutzkonzept konzipiert sind, wurden vielfach in Anspruch genommen. An einer Veranstaltung nahmen mehr als 300 Personen gleichzeitig teil. Die hohe Beteiligung zeigt: Viele Mitarbeitende wollen sich mit dem Thema auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen.
Ein weiteres Beispiel für die breite Beteiligung war eine Online-Schulung am 19. April, die im Anschluss an Gottesdienste in den Gemeinden stattfand: Rund 40 Gemeinden beteiligten sich, etwa 400 Personen nahmen teil.
Inzwischen haben neben den Online-Angeboten auch erste Präsenzschulungen begonnen, etwa in Frankfurt am Main. Dort wurden die Schulungen »Prävention 0« und »Prävention 1« durchgeführt. Während »Prävention 0« in das Konzept einführt, vertieft »Prävention 1« Fragen der Grenzachtung und sensibilisiert für sexualisierte Gewalt. Die Begegnung vor Ort wurde von vielen Teilnehmenden als hilfreich erlebt. Sie bot Raum für Austausch, persönliche Fragen und gemeinsame Reflexionen.
»Es verändert den Blick«
Andrea Fritz aus der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Brombach im Taunus hat an der Schulung in Frankfurt am Main teilgenommen. Ihre Rückmeldung zeigt, welche Wirkung diese Angebote haben: »Mir ist noch einmal neu bewusst geworden, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen und auch kleine Grenzüberschreitungen ernst zu nehmen.« Sie hebt hervor, dass sich nicht nur ihr Wissen erweitert hat, sondern auch ihre Haltung:
»Die Schulung hat meinen Blick verändert. Dinge, die man früher vielleicht einfach übergangen hätte, nehme ich jetzt bewusster wahr.«
Als hilfreich beschreibt sie die Praxisnähe der Inhalte. An konkreten Beispielen sei deutlich geworden, wie unterschiedlich Situationen eingeschätzt werden können und wie wichtig es ist, sensibel zu reagieren. Für ihre eigene Mitarbeit habe sie daraus konkrete Impulse mitgenommen. Sie fühle sich im Umgang mit schwierigen Situationen sicherer. Das ermutigt, Verantwortung zu übernehmen und nicht zu schweigen. Die Schulung kann sie weiterempfehlen.
Ein starkes Zeichen für sichere Räume
Die vielen Schulungen und die Resonanz zeigen: Die Kirche ist auf dem Weg, sichere Räume bewusst zu gestalten. Im Rahmenschutzkonzept heißt es: »Das Rahmenschutzkonzept dient nicht nur dazu, Maßnahmen zu ergreifen, wenn Menschen Gewalt erfahren haben. Es leitet dazu an, die ›Straßen umzubauen‹ und Gewalt vorzubeugen.« Ziel ist, sichere Begegnungsräume für alle Menschen zu schaffen. Das Konzept nimmt alle Bereiche kirchlichen Lebens in den Blick und verbindet Sensibilisierung mit klaren Strukturen wie Verhaltenskodex und Präventionsmaßnahmen.
Auf dem Weg bleiben
Nach einem halben Jahr ist deutlich: Der Prozess ist angestoßen. Viele haben sich auf den Weg gemacht, die Bereitschaft zur Verantwortung ist spürbar.
Dieser Weg geht weiter – Schritt für Schritt. Ziel bleibt, Kirche als sicheren Ort zu gestalten.
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Der Autor
Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de






