GEKE übernimmt Verantwortung Von Michael Löffler  | 

GEKE stärkt Schutz vor sexualisierter Gewalt

Links oben das Logo der GEKE: Ein Kreuz bestehend aus zwei rechten Winkeln mit abgerundeten Ecken. Dicht dabei der Name in Deutsch, Englisch und Französisch: »Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)«. Rechts ein Teil der EU-Flagge.
Die GEKE stärkt den Austausch ihrer Mitgliedskirchen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.
Bildmontage: Michael Löffler; Logo: GEKE
Ein europaweiter Austauschprozess soll Prävention, Aufarbeitung und Schutzkonzepte in den Mitgliedskirchen weiterentwickeln.
2 Minuten

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) hat einen mehrjährigen europäischen Austauschprozess zum Schutz vor sexualisierter Gewalt begonnen. Den Auftakt bildete im Juni eine internationale Konferenz in Warschau, an der Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 40 protestantischen Kirchen teilnahmen. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und bestehende Schutzkonzepte weiterzuentwickeln.

Der Prozess geht auf einen Beschluss der GEKE-Vollversammlung von 2024 zurück. Zugleich knüpft er an die Resolution 2533 der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an. Diese fordert europaweit höhere Standards beim Schutz vor Missbrauch sowie bei Prävention (Vorbeugung) und Aufarbeitung.

Verantwortung beginnt mit dem Eingeständnis eigener Schuld

Zum Beginn des Prozesses veröffentlichte der Rat der GEKE eine Erklärung. Darin benennen die Kirchen, dass Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene auch in protestantischen Kirchen sexualisierte Gewalt erfahren haben. Wörtlich heißt es: »Wir sind in der Vergangenheit hinter diesem Auftrag zurückgeblieben. Wir sind uns bewusst und bedauern, dass Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen in unseren Kirchen großes Unrecht angetan wurde.«

Mit diesem Schuldbekenntnis verbindet die GEKE den Auftrag, den Schutz vor sexualisierter Gewalt in ihren Mitgliedskirchen weiter zu stärken. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass der Schutz von Menschen zum Auftrag der Kirche gehört. Wer das Evangelium verkündigt, ist zugleich dazu gerufen, Menschen zu schützen und sichere Räume zu schaffen.

Gemeinsam lernen und Schutzkonzepte weiterentwickeln

Der Schutz vor sexualisierter Gewalt soll deshalb in allen Mitgliedskirchen weiter gestärkt werden. Dazu sollen Erfahrungen ausgetauscht, bewährte Konzepte einander mitgeteilt und bestehende Schutzmaßnahmen weiterentwickelt werden. Der europäische Austauschprozess schafft dafür einen gemeinsamen Rahmen.

An der Auftaktkonferenz nahmen rund 100 Vertreterinnen und Vertreter evangelischer Kirchen aus ganz Europa teil. Im Mittelpunkt standen Fragen der Prävention, der Intervention (Eingreifen) und der Aufarbeitung. Die GEKE versteht den begonnenen Prozess als langfristige Zusammenarbeit ihrer Mitgliedskirchen auf diesem Gebiet.

Auch die EmK verfügt über ein Rahmenschutzkonzept

Die EmK hat in Deutschland bereits ein verbindliches Rahmenschutzkonzept eingeführt. Es verfolgt das Ziel, Menschen vor sexualisierter Gewalt zu schützen, Betroffene ernst zu nehmen und ihnen verlässlich zur Seite zu stehen. Gleichzeitig unterstützt es Gemeinden, Bezirke und Einrichtungen dabei, sichere Räume zu schaffen. Dazu gehören verbindliche Schutzkonzepte vor Ort, Präventionsschulungen sowie klare Verfahren für Intervention und Aufarbeitung. Wer sexualisierte Gewalt erfahren hat, soll Gehör finden, Unterstützung erhalten und auf dem Weg der Aufarbeitung begleitet werden.

Der europäische Austausch der GEKE ergänzt diese Arbeit. Er bietet den Mitgliedskirchen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und Schutzkonzepte gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

Weiterführende Links

GEKE startet europäischen Prozess zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in Kirchen 

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE)
Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist eine Kirchengemeinschaft von 96 lutherischen, reformierten, unierten und methodistischen Kirchen aus rund 30 Ländern Europas und Südamerikas. Sie repräsentiert rund 40 Millionen Protestantinnen und Protestanten. Grundlage der Kirchengemeinschaft ist die Leuenberger Konkordie von 1973. Mit ihr erklären die Mitgliedskirchen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft, erkennen ihre Ordinationen gegenseitig an und verpflichten sich zu gemeinsamem Zeugnis und Dienst. Die GEKE hat ihren Sitz in Wien.

www.leuenberg.net/de