Gemeinsame Erklärung Von Michael Löffler  | 

Für Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt

Bischof Werner Philipp steht in hellblauem Kollarhemd und dunkelblauem Jackett mit Bischofsnadel im Revers vor einem Brückengeländer. Im Hintergrund sind ein Fluss, Bäume und Häuser zu sehen.
Bischof Werner Philipp unterstützt die gemeinsame Erklärung der Kirchen für Menschenwürde, Demokratie und Zusammenhalt nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Bildnachweis: Michael Löffler, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Bischof Werner Philipp begrüßt die gemeinsame Erklärung der Kirchen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
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Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) trägt die gemeinsame Stellungnahme der christlichen Kirchen in Deutschland zum Wahlausgang in Sachsen-Anhalt mit. Bischof Werner Philipp betont die gemeinsame Verantwortung: »Als Kirchen stehen wir für die unantastbare Würde jedes Menschen, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie für ein Zusammenleben, das von Respekt und Verantwortung geprägt ist.«

Gemeinsame Verantwortung

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, hatten sich nach der Wahl gemeinsam geäußert. Sie nehmen zur Kenntnis, dass die AfD mit deutlichem Abstand stärkste Partei wurde. Zugleich betonen sie: »Schlimme Befürchtungen sind wahr geworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren.«

Die Sorge der Kirchen gelte insbesondere dem Zusammenleben der Menschen in Sachsen-Anhalt, der bedingungslosen Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Die Wahlsieger werden aufgefordert, Landesverfassung und Grundgesetz uneingeschränkt zu achten sowie die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.

Bischof Philipp unterstreicht: »Gerade in einer Zeit wachsender Verunsicherung braucht unser Land Orte des Dialogs, der Verständigung und der Hoffnung.« Die EmK wolle dazu beitragen, »dass unsere Gesellschaft zusammenhält und niemand ausgegrenzt wird«.

Sorgen vor Ort

Wie konkret die Sorgen vor Ort sein können, schildert eine Ärztin aus Sachsen-Anhalt. Eine Leitungskraft im Gesundheitswesen habe nach der Wahl »fast geweint«, berichtet sie, weil Mitarbeitende überlegten, ob sie in der Region bleiben wollten. »Das hat Auswirkungen aufs Gesundheitswesen, auf die Pflegedienste, auf alles.« Ihre Aussage benennt eine mögliche Folge: Wenn Fachkräfte die Region verlassen, kann dies die Gesundheitsversorgung zusätzlich belasten. Auch in Sachsen-Anhalt leben und arbeiten viele Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie leisten unter anderem im Gesundheitswesen und in der Pflege einen wichtigen Beitrag.

»Ich stehe gerade unter Schock und bin enttäuscht. Die Wahlergebnisse sind nicht das, was wir uns als Christen der Region gewünscht haben oder wofür wir gearbeitet haben«, sagt Pastorin Kate Weishaupt aus Halle.  Zugleich betont sie, dass die evangelisch-methodistischen Kirchengemeinden in Halle und Dessau zusammenhalten und sich weiterhin mit ihren ökumenischen Geschwistern dafür einsetzen wollen, dass Stimmen für Menschenwürde und Toleranz gehört werden.

Kritisch begleiten

Die gemeinsame Erklärung der Kirchen macht deutlich: Sie wollen das politische Handeln der künftigen Landesregierung kritisch begleiten. »Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird«, heißt es darin.

 

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Stellungnahme – PDF zum Download

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Werner Philipp D. Min. ist als Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Region Deutschland zuständig. Der Dienstsitz ist in Frankfurt am Main. Kontakt über: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de