Tag der Schöpfung 2026 Von Michael Löffler  | 

Die Weite der Erde neu entdecken

Bildmontage: Links eine große gelbe Blüte vor grünen Blättern. Rechts das Plakat zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2026 mit einer gezeichneten Person, die auf die Erde blickt. In einer Sprechblase steht: „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“
Der Ökumenische Tag der Schöpfung 2026 lädt am 4. September in Marburg dazu ein, die Vielfalt der Erde wahrzunehmen, gemeinsam Gottesdienst zu feiern und Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen.
Foto und Montage: Michael Löffler, Plakatmotiv der ACK
Natur erleben, Gottesdienst feiern, Vielfalt bewahren: Marburg wird am 4. September zum Treffpunkt für gelebte Schöpfungsverantwortung.
2 Minuten

»Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?« lautet das biblische Leitwort des 17. Ökumenischen Tags der Schöpfung. Die Frage stammt aus dem Buch Hiob, Kapitel 38, Vers 18. Dort führt Gott dem Menschen vor Augen, wie wenig er die Zusammenhänge der Natur überblicken und begreifen kann.

Das Leitwort erinnert daran: Die Erde gehört nicht dem Menschen. Er selbst ist Teil der Schöpfung und mit allem Leben verbunden. Die Frage aus dem Buch Hiob ruft zu Demut und Dankbarkeit auf. Zugleich lenkt sie den Blick auf die menschliche Verantwortung, die Vielfalt und Schönheit der Erde zu bewahren.

Der Ökumenische Tag der Schöpfung bringt Christinnen und Christen verschiedener Kirchen zusammen. Gemeinsam danken sie Gott für seine Schöpfung und fragen, wie sie diese schützen können.

Schöpfung mit allen Sinnen erleben

Die zentrale Feier beginnt um 14 Uhr im Alten Botanischen Garten der Philipps-Universität Marburg. Ein Infostand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und weitere Aktionen laden dazu ein, die Schöpfung neu wahrzunehmen.

Ab 15 Uhr stehen zwei Führungen auf dem Programm. Im Heilpflanzenbeet erfahren die Teilnehmenden, wie Pflanzen früher als Heilmittel genutzt wurden und welche Rolle sie heute bei der Herstellung von Medikamenten spielen. Eine zweite Führung stellt besondere Bäume vor. Im Mittelpunkt stehen ihr Alter, ihre Herkunft und Nutzung sowie die Frage, wie gut sie mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen. Die Zahl der Plätze ist begrenzt.

Gemeinsam Gottesdienst feiern

Um 17 Uhr beginnt in der Elisabethkirche der zentrale ökumenische Gottesdienst. Die Predigt hält Erzpriester Radu Constantin Miron. Der Geistliche der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland war von 2019 bis 2025 Vorsitzender der ACK in Deutschland.

Der Gottesdienst wird live im Internet übertragen und in Deutsche Gebärdensprache (DGS) gedolmetscht. So ist eine Teilnahme auch von anderen Orten aus möglich; zugleich wird die Feier für gehörlose Menschen zugänglicher. Aktuelle Informationen zur Übertragung bietet die Veranstaltungsseite der ACK.

Die Vielfalt des Lebens bewahren

Um 19 Uhr schließt sich im katholischen Regionalhaus KA.RE ein moderiertes Gespräch an. Es steht unter der Überschrift »Biodiversität bewahren – Verantwortung des Menschen für die Vielfalt der Schöpfung«. Mit Biodiversität ist die Vielfalt von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen gemeint. Diese Vielfalt ist eine wichtige Grundlage allen Lebens, wird jedoch vielerorts zunehmend bedroht.

An dem Gespräch nehmen Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, der Präsident der Philipps-Universität, Prof. Dr. Thomas Nauss, und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt teil. Damit kommen unterschiedliche Sichtweisen aus Stadtpolitik, Wissenschaft und Kirche miteinander ins Gespräch. Die Moderation übernimmt Matilda Franz vom ökumenischen Netzwerk »Eine Erde«. Anschließend lädt die ACK zu ihrem Jahresempfang ein.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Vorbereitet wird der Tag von der ACK in Deutschland gemeinsam mit der ACK Hessen-Rheinhessen, der ACK Marburg und der Philipps-Universität Marburg. Der Ökumenische Tag der Schöpfung wird seit 2010 jährlich gefeiert. Er möchte Menschen dazu ermutigen, dankbar auf die Schöpfung zu schauen und sich für ihren Schutz einzusetzen.

Die Teilnahme am gesamten Programm ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Weiterführende Links

Weiterführende Informationen, Hinweise und Materialien sind auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland unter folgendem Link zu finden: www.oekumene-ack.de/projekte/oekumenischer-tag-der-schoepfung/2026/

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören einundzwanzig Kirchen. Weitere vier Kirchen sind Gastmitglieder. Fünf Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK. 
Vorsitzender ist derzeit Pfarrer Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.