Bischofsrat der EmK Von M. Mulenga, M. Löffler (par)  | 

Ruben Saenz neuer Präsident des Bischofsrats

Ein Mann mit weißen Haaren (links) und eine Frau mit gebleichten Haaren stehen sich gegenüber. Sie übergibt ihm einen Holzhammer. Im Hintergrund befindet sich ein Aufsteller mit dem Symbol des Bischofsrates, das viele Bischöfe als Nadel am Revers tragen.
Bischof Ruben Saenz Jr. übernimmt den Vorsitz des Bischofsrats von Bischöfin Tracy S. Malone. Das wird im Bild sichtbar durch die Übergabe des Hammers des Vorsitzenden.
Bildnachweis: Bischofsrat
Der Bischofsrat der EmK beendete seine Frühjahrstagung mit einem Wechsel im Vorsitz und Gesprächen über Auftrag und Zukunft der Kirche.
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Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat am Freitag, 1. Mai, seine Frühjahrstagung 2026 beendet. Die Woche war geprägt von Gottesdiensten, Begegnungen, Leitungswechseln und intensiven Gesprächen über den Auftrag der Kirche in einer herausfordernden Welt.

Etwa 90 aktive und pensionierte Bischöfinnen und Bischöfe aus Afrika, Asien, Europa und den USA kamen in Jacksonville, US-Bundesstaat Florida, zusammen. Das Treffen spiegelte die weltweite Verbundenheit der Kirche und den gemeinsamen Wunsch wider, mit Glauben, Mut und Einheit zu leiten.

Gottesdienste und geistliche Gemeinschaft

Jeder Tag begann mit einem Gottesdienst. Gebet, Bibeltexte und die Gegenwart des Heiligen Geistes prägten die gemeinsame Arbeit. Die Gottesdienste boten Raum für Besinnung, Klage, Dankbarkeit und Hoffnung.

Wechsel an der Spitze des Bischofsrats

Ein besonderer Moment war die Amtsübergabe am Donnerstagabend, 30. April. Dabei wurde Bischof Ruben Saenz Jr., ein Texaner, als neuer Präsident des Bischofsrats eingeführt. Er folgt auf Bischöfin Tracy S. Malone, deren Amtszeit am 1. Mai planmäßig endete. Die Übergabe des Hammers für die Person im Präsidentenamt symbolisierte den Verantwortungsübergang (siehe Foto).

Bei dieser Tagung hielt Bischöfin Malone ihre letzte Ansprache als Präsidentin. Darin blickte sie auf Zeiten des Übergangs und der Erneuerung zurück und sprach über den weltweiten Auftrag der Kirche. »Präsidentin des Rates zu sein, war eine der größten Ehren meines Dienstes«, sagte Bischöfin Malone. »Für den neuen Abschnitt vertraue ich auf die Leitung des Heiligen Geistes und auf die gemeinsame Weisheit dieses Rates. So können wir die Kirche mit Hoffnung, Demut und festem Glauben führen.«

Bei der Amtsübergabe dankte Bischof Saenz seiner Vorgängerin für ihren Dienst und bekräftigte den Auftrag des Rates.

»Ich fühle mich geehrt, dieses Amt zu übernehmen, und bin dankbar für die weitsichtige und treue Leitung von Bischöfin Malone«, sagte Bischof Saenz. »Gemeinsam wollen wir weiter eine Kirche leiten, die in Christus  lebt, in der Gnade verankert ist,  und sich für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und einen freudigen Dienst einsetzt.«

Außerdem bestimmte der Rat Bischof Mande Muyombo zum nächsten Präsidenten und Bischöfin Lannette Plambeck zur Sekretärin des Bischofsrats.

Wahl: Sekretärin der Generalkonferenz

Der Bischofsrat wählte Emily Allen zur Übergangssekretärin der Generalkonferenz der EmK. Sie amtiert zunächst bis zur Wahl einer Sekretärin oder eines Sekretärs durch die Generalkonferenz selbst. Die Übergangslösung ist erforderlich geworden, weil die von der Generalkonferenz 2024 gewählte Sekretärin, Pastorin Aleze Fulbright, im Juli eine andere Stelle antreten wird. Allen gehört nicht zum Bischofsrat. Sie ist eine Laiin der Jährlichen Konferenz Kalifornien-Nevada.

Eindrücklicher Beitrag von Bischof Wilson

Ein bewegender Beitrag kam von Bischof David Wilson. Er sprach aus der Geschichte seines eigenen Volkes, der Choctaw und Cherokee, nordamerikanischen Ureinwohnern. Wilson erzählte von Erfahrungen von Vertreibung, Leid, Überleben und geistlicher Stärke. Dabei machte er deutlich, wie wichtig diese Geschichten für den heutigen Auftrag der Kirche zu Heilung, Gerechtigkeit und Versöhnung sind. Bischof Wilson sprach darüber, wie wichtig es sei, Identität zu achten, Gemeinschaft zu schützen und mit Demut zu führen. Die Kirche müsse besonders auf Menschen hören, die Ausgrenzung und Benachteiligung erfahren haben. Er ermutigte die Bischöfe zu einer Leitung, die aufmerksam zuhört, mutig handelt und Mitgefühl zeigt.

Einsatz für Gerechtigkeit und gegen Rassismus

Der Rat beschäftigte sich außerdem intensiv mit ökumenischer Zusammenarbeit, Rassismus, Gerechtigkeit und dem öffentlichen Zeugnis der Kirche. Die Bischöfe bekräftigten ihren Einsatz gegen jede Form von Rassismus und sprachen darüber, wie Gemeinden und Verantwortliche für einen verändernden Dienst gestärkt werden können.

Kirche weltweit weiterentwickeln

Ein weiterer Schwerpunkt war ein ausführlicher Bericht des Connectional Table unter Leitung von Bischof Mande Muyombo und Judi Kenaston. Dabei ging es um die Frage, wie die Evangelisch-methodistische Kirche stärker weltweit ausgerichtet werden kann und weniger von einer US-Perspektive geprägt ist.

Außerdem stellte der Connectional Table die Arbeit der bischöflichen Beratungsgruppe vor und moderierte eine Gesprächsrunde darüber, wie die Kirche Inklusion in unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen besser leben kann.

Gespräche über Demokratie und Verantwortung

Ashley Boggan, Generalsekretärin der Generalbehörde für Archiv und Geschichte (General Commission on Archives and History), sprach über die Geschichte der Jurisdiktionalkonferenzen und gab damit wichtige Impulse für aktuelle Gespräche über Zugehörigkeit, Gerechtigkeit und die Zukunft der Regionalisierung.

Zwei größere Podiumsgespräche – eines mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, eines mit Bischöfen – beschäftigten sich mit dem Thema »Christlicher Glaube und Demokratie«. Dabei ging es um die Verantwortung christlicher Leitungspersonen in demokratischen Gesellschaften, um gesellschaftliche Polarisierung und um die Bedeutung von Wahrhaftigkeit, gesellschaftlicher Beteiligung und moralischem Mut. Die Bischöfe sprachen darüber, wie die Kirche respektvollen Dialog fördern und dem Gemeinwohl dienen kann, ohne parteipolitisch vereinnahmt zu werden.

Sendung zum Abschluss der Tagung

Die Tagung endete am Freitag mit einem Sendungsgottesdienst. Dabei wurden die Bischöfe in ihre Bischofsgebiete zurückgesandt – um nicht nur die Arbeit der Kirche zu leiten, sondern auch kühn zu lieben, bereitwillig zu dienen und entschlossen voranzugehen, indem sie sich Christus anschließen, die leidende Welt mit Gottes versöhnender Liebe zu heilen.

 

Weiterführende Links

Bishop Saenz becomes new COB President as Bishops Conclude 2026 Spring Meeting 
Bishop Ruben Saenz, Jr. 

Klicken Sie auf die untenstehenden Links, um Video-Highlights der Frühjahrstagung 2026 des Bischofsrats anzusehen:

Der Autor

Dr. Maidstone Mulenga ist Pastor und Kommunikationsdirektor des Bischofsrats der EmK. Übersetzung und Bearbeitung: Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) beaufsichtigt und fördert die Arbeit der auf vier Kontinenten wirkenden Kirche. Außerdem sorgt er für die Durchführung der Beschlüsse, die von der Generalkonferenz gefasst wurden. Zum Bischofsrat gehören alle aktiven und im Ruhestand befindlichen Bischöfe und Bischöfinnen der EmK. Zurzeit sind dies 53 aktive Bischöfe und Bischöfinnen – 32 in den USA, 15 in Afrika, jeweils drei in Asien und in Europa – sowie über hundert Ruhestandsbischöfe.

Eine Person aus dem Bischofsrat wird für zwei Jahre ins Präsidentenamt gewählt. Mit dieser Funktion ist keine zusätzliche Autorität über die anderen Mitglieder des Rates verbunden. Dem Präsidium des Bischofsrats gehören außerdem der designierte Präsident, der Schriftführer, der Exekutivsekretär, die Beauftragten für Ökumene und der Präsident der letzten Amtszeit an. Als Exekutivsekretär dient für eine vierjährige Amtszeit ein pensionierter Bischof. In der Regel trifft sich der Bischofsrat zweimal im Jahr. Das Büro des Rates befindet sich in einem EmK-Gebäude in der Nähe des Kapitols und des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten in Washington, DC.