Weiterentwicklung mit neuen Schwerpunkten
Im vergangenen Jahr feierte die christliche Freizeit- und Tagungsstätte »Haus Höhenblick« ihr sechzigjähriges Bestehen. Jetzt steht das Haus vor einer sich abzeichnenden neuen Entwicklung.
Hintergrund dafür sind die wirtschaftlichen Realitäten, mit denen viele christliche Gästehäuser konfrontiert sind: Es ist schwer möglich, einen Gästebetrieb zu führen, der neben den laufenden Kosten auch Erträge für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Liegenschaften erwirtschaftet. Mit dieser Situation ist auch das Haus Höhenblick konfrontiert. Die Tagungsstätte gehört der Norddeutschen Jährlichen Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Deren Finanzgremium hat jetzt beschlossen, für eine langfristige wirtschaftliche Unterstützung des Hauses keine weiteren Mittel zur Verfügung zu stellen. Statt Schließung und Verkauf geht es jedoch um eine neue Chance mit anderer Nutzung.
Jetzt stehen Überlegungen im Raum, in den kommenden Jahren eine Umnutzung des Hauses voranzutreiben. Weil bisher die laufenden Kosten erwirtschaftet werden, soll der Tagungsbetrieb bis Ende 2028 weitergeführt werden. Parallel dazu wird ein Konzept entwickelt, wie das Anwesen einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. Dazu gehören der Erhalt sowie die zielgerichtete Stärkung der im Haus beheimateten EmK-Gemeinde.
Der für die bisherige Gemeindearbeit schon genutzte Nordteil des Anwesens mit Gottesdienstraum und weiteren Nebenräumen soll der Gemeinde dafür zur Verfügung stehen. Für den bisherigen Gästetrakt, den langgestreckten Mittelteil des Anwesens, soll in Zusammenarbeit mit den zuständigen Finanz- und Baugremien geprüft werden, diesen in Wohnungen umzuwidmen, die sich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten selbst tragen können. Die zuständige Kommission für Finanzen und Kircheneigentum der Norddeutschen Jährlichen Konferenz unterstützt die von der Braunfelser EmK-Gemeinde vorgestellten Überlegungen.
Diese Perspektive, so verlautet aus dem Gremium, eröffne die Chance, dass die Gemeinde in dem von ihr bereits genutzten Nordteil von Haus Höhnblick bleiben könne. Die Mitglieder des Gremiums bringen ihren Willen zum Ausdruck, die gute und wachsende Gemeindearbeit in Braunfels zu fördern. Sollten die Überlegungen zum Umbau und zur Weiterentwicklung des Anwesens technisch und wirtschaftlich durchführbar sein, werde die Kirche den Vorschlag unterstützen, an diesem Standort zu investieren. Damit, so heißt es, könne eine interessante Weiterentwicklung des Hauses mit neuen Schwerpunkten erfolgen.
Holger Sieweck ist als Superintendent der Norddeutschen Jährlichen Konferenz für das Haus Höhenblick zuständig und mit den aktuellen Herausforderungen der Tagungsstätte befasst. Trotz der Schmerzen angesichts dieser Situation sieht er in den sich abzeichnenden Veränderungen die Chance, »in dieser mittelhessischen Region weiterhin mit einer lebendigen und entwicklungsfähigen EmK-Gemeinde präsent zu sein«. Die jetzigen, frühzeitigen Überlegungen ermöglichten, so Sieweck einen »sanften Übergang«. Die Nutzung des Tagungshauses bis ins Jahr 2028 biete Zeit für Entwicklungsplanungen und würde Gästegruppen, Mitarbeitern und der Gemeinde entgegenkommen. »Das wäre ein Segen für alle«, fügt der Superintendent an, und verweist auf die nun schon 61 Jahre währende Segensspur des Hauses. »Diese Segensgeschichte dann in anderer Form weiterschreiben zu können, ist unser gemeinsames Anliegen.«
Der Autor
Klaus Ulrich Ruof, Mitarbeiter im Pressereferat der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.
Zur Information
Die christliche Freizeit- und Tagungsstätte »Haus Höhenblick« wurde 1964 von Pastor Heinz Stossberg, Evangelist, Seelsorger und Mitgründer des in Wetzlar ansässigen Evangeliums-Rundfunks (heute ERF – der Sinnsender) gegründet. Das Haus liegt im mittelhessischen Luftkurort Braunfels inmitten der waldreichen Mittelgebirgslandschaft zwischen Taunus und Westerwald. Ein Freundeskreis begleitet die Arbeit im Gebet und mit Spenden. Seit der Gründung haben laut Informationen des Hauses mehrere hunderttausend Teilnehmer Freizeiten und Tagungen besucht. Aktuell bietet das Haus 52 Zimmer mit 107 Betten und trägt mit 8.000 bis 9.000 Belegungen pro Jahr zum Gästebetrieb der Stadt Braunfels bei.






