Dienst am Menschen Von Michael Löffler  | 

40 Jahre später: Die Bethanien-Zeit wirkt nach

Linkes Foto von 1986: Eine Frau mit Haube und 19 junge Frauen ohne Haube stehen und sitzen auf Treppenstufen vor einer Tür im Freien. Rechtes Foto von 2026: Zehn Frauen mittleren Alters ohne Haube stehen unter einem Baum und sehen freundlich in die Kamera.
Wiedersehen nach 40 Jahren: Zehn ehemalige Schülerinnen des Krankenpflegekurses 1983–1986 trafen sich am 4. Juli 2026. Links das Examensfoto des Jahrgangs 1986 mit Schwester Anneliese Mathern.
Bildnachweis: Privat
Vierzig Jahre nach ihrem Examen trafen sich ehemalige Krankenpflegeschülerinnen des Bethanien-Krankenhauses Frankfurt wieder.
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Vierzig Jahre nach ihrem Examen trafen sich am 4. Juli 2026 zehn ehemalige Schülerinnen des Krankenpflegekurses 1983 bis 1986 des Bethanien-Krankenhauses in Frankfurt am Main wieder. Für viele war es das erste persönliche Wiedersehen seit Jahrzehnten. Dennoch war die frühere Vertrautheit schnell wieder spürbar – geprägt von gemeinsamen Erinnerungen an eine Ausbildungszeit, die bis heute nachwirkt.

Rund 80 Prozent der ehemaligen Kursteilnehmerinnen blieben dem Gesundheitswesen treu. Sie arbeiteten unter anderem in der Kranken- und Altenpflege, im Operationsbereich, als Hebammen, Ärztinnen oder in der psychologischen Beratung und medizinischen Dokumentation. Trotz ihrer unterschiedlichen Berufswege fühlen sich viele bis heute durch ihre gemeinsame Ausbildungszeit in Bethanien verbunden.

Dienst am Menschen verbindet

Das Wiedersehen bot Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen und auf vier Jahrzehnte beruflicher Entwicklung zurückzublicken. Viele der Teilnehmerinnen verbindet bis heute die Erfahrung, dass gute Pflege vor allem in der persönlichen Begegnung mit Menschen entsteht.

»Krankenpflege ist ein spannender, vielseitiger und oft herausfordernder Beruf. Was uns all die Jahre getragen hat, war die Begegnung von Mensch zu Mensch«, sagt Ulrike Schreck, die das Treffen mitorganisiert hat.

Besonders bewegte die Teilnehmerinnen, wie schnell die frühere Vertrautheit zurückkehrte. »Es war ein freudiges Wiedersehen – fast so, als wären wir gerade erst in die Unterrichtspause gegangen«, beschreibt Ulrike Schreck die Atmosphäre des Treffens. Nach ihrer Einschätzung stand vierzig Jahre nach dem Examen nicht die Vergangenheit im Mittelpunkt, sondern die Freude über das Wiedersehen. Die gemeinsame Ausbildungszeit in Bethanien habe eine Verbundenheit geschaffen, die bis heute trage. Pflege sei weit mehr als ein Beruf – sie lebe von der Begegnung mit Menschen.

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Bethanien
Bethanien ist der Name eines Dorfes bei Jerusalem. Im Neuen Testament kehrte Jesus dort immer wieder im Haus von Marta, Maria und Lazarus ein. Bis heute steht der Name für Gastfreundschaft, Fürsorge und christliche Nächstenliebe.

Das Bethanien-Krankenhaus in Frankfurt am Main geht auf den Bethanien-Verein für allgemeine Krankenpflege zurück, den vier Prediger der damaligen Bischöflichen Methodistenkirche am 8. Juli 1874 gründeten. Ziel des Vereins war eine christlich geprägte Krankenpflege für kranke und hilfsbedürftige Menschen. Aus der zunächst ambulanten Krankenpflege entstand 1885 das erste Bethanien-Krankenhaus. 1908 wurde der Neubau im Frankfurter Stadtteil Bornheim eröffnet, ein Jahr später erhielt die Krankenpflegeschule die staatliche Anerkennung. Über viele Jahrzehnte war sie eine prägende Ausbildungsstätte für Pflegekräfte.