Diakoniewerk Martha-Maria Von Klaus Ulrich Ruof  | 

»Gastfreundschaft ist der Wesenskern von Diakonie«

Drei Herren im schwarzen Anzug stehen vor einer Betonwand und einer Pflanze. Der Mittlere trägt ein Kollarhemd, die anderen beiden ein weißes Hemd mit Krawatte. Alle drei lächeln.
Pastor Markus Jung (rechts) ist der neue Vorstandsvorsitzende des in Nürnberg ansässigen Diakoniewerks Martha-Maria. Sein Vorgänger, Pastor Dr. Hans-Martin Niethammer (links), geht in den Ruhestand. Bischof Werner Philipp, D.Min., leitete den Gottesdienst zum Amtswechsel in der Eben-Ezer Kirche.
Bildnachweis: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Das evangelisch-methodistische Diakoniewerk Martha-Maria hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Bischof Werner Philipp führte Markus Jung in sein Amt ein.
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Am Freitag der vergangenen Woche, dem 26. September, wurde Markus Jung in sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks Martha-Maria eingeführt. Er ist Nachfolger von Hans-Martin Niethammer, der in den Ruhestand geht. Die Amtsübergabe erfolgte im Rahmen eines Gottesdienstes in der Eben-Ezer-Kirche auf dem Gelände des in Nürnberg ansässigen Diakoniewerks.

Der 61-jährige Markus Jung ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und war zuletzt zehn Jahre lang als Superintendent für den Distrikt Nürnberg zuständig. Darüber hinaus bringt er langjährige Leitungserfahrung mit und ist dem Diakoniewerk seit vielen Jahren verbunden. Als Mitglied des Verwaltungsrats und der Aufsichtsräte der Tochtergesellschaften kennt er Martha-Maria seit neun Jahren aus nächster Nähe. Jung lebt mit seiner Familie in Nürnberg und ist in zahlreichen kirchlichen Netzwerken aktiv, unter anderem als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern.

Hans-Martin Niethammer, ebenfalls Pastor der EmK und promovierter Theologe leitete das Diakoniewerk Martha-Maria seit August 2020. Zuvor war der jetzt 67-Jährige unter anderem Superintendent des Stuttgarter Distrikts. Mit seinem Engagement für eine Kirche der Nähe und Menschlichkeit führte er Martha-Maria in den vergangenen fünf Jahren durch herausfordernde Zeiten. In seine Amtszeit fiel die Corona-Pandemie, die das Gesundheitswesen auf vielerlei Weise herausforderte. Außerdem waren wichtige Entscheidungen zu treffen, um das Diakoniewerk in wirtschaftlichen Konsolidierungsphasen mit geistlicher Tiefe und strategischer Weitsicht zukunftsfähig aufzustellen.

Diakonie: kein Privatunternehmen, sondern Teil von Gottes Werk in dieser Welt

Den Amtswechsel vollzog Werner Philipp, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK. In seiner Predigt über einen biblischen Text aus dem ersten Petrusbrief (Kapitel 4, Verse 9-11) bezog sich Philipp auf die dort thematisierte »Gastfreundschaft«. Diese »ohne Murren« praktizierte Gastfreundschaft sei mehr als nur eine freundliche Geste. Als Kennzeichen diakonischer Tätigkeit hob der Bischof sogar hervor: »Gastfreundschaft ist der Wesenskern von Diakonie.«

In einer für das Gesundheitswesen sehr herausfordernden Zeit lud Philipp dazu ein, sich daran zu erinnern, dass die Verantwortlichen in der Diakonie wie auch in der Kirche, eine Aufgabe ausführten, die Gott ihnen anvertraut habe. Kirche und Diakonie seien »keine Privatunternehmen, sondern Teil von Gottes Werk in dieser Welt«. Deshalb gehöre zu den Leitungsaufgaben in der Diakonie auch, »die Ressourcen verantwortlich einzusetzen, Mitarbeitende zu fördern, Strukturen menschenfreundlich zu gestalten und den Blick für die Schwächsten nicht zu verlieren«. Wenn Diakonie in dieser Weise ihre Aufgabe verstehe, würden im Namen Gottes Grenzen, Weltanschauungen, Konfessionen, Religionen und gesellschaftliche Mauern überwunden.

Grüße und Anerkennung

In einem per Video eingespielten Grußwort würdigte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Arbeit des Diakoniewerks Martha-Maria, das er aus eigener Erfahrung sehr gut kenne. »Martha-Maria ist ein Ort, an dem Menschen in Krankheit und Pflege Unterstützung finden«, so der Ministerpräsident. »Diese Arbeit verdient höchste Anerkennung.«

Tobias Mähner, der promovierte Vorstand für Personal und Recht, stellte die unermüdliche Schaffenskraft des scheidenden Vorstandsvorsitzenden heraus. Buchstäblich mit einer seiner letzten Amtshandlungen habe Niethammer die rechtlichen Rahmenbedingungen für das drittgrößte christliche Krankenhaus in Deutschland mit Sitz in Halle an der Saale im Süden Sachsen-Anhalts besiegelt. Mit dem Vertrag war die Übernahme des Krankenhauses Martha-Maria Halle-Dölau gGmbH durch das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara unterzeichnet worden. Die Fusion wird zum 1. Januar kommenden Jahres rechtswirksam.

Der Vorsitzende des Martha-Maria-Verwaltungsrats, EmK-Pastor Gottfried Liese, würdigte den scheidenden Direktor. Dieser habe mit großem Engagement in nur fünf Jahren die Entwicklung des Diakoniewerks wesentlich mitgeprägt. Unter seiner Leitung seien zahlreiche bedeutende Projekte angestoßen und umgesetzt worden. Liese verwies unter anderem auf die »Charta gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus«, die Formulierung neuer strategischer Ziele sowie die Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategie. Zudem seien unter Niethammers Leitung wichtige strukturelle Veränderungen vollzogen worden, wie etwa die Fusionen der Krankenhäuser in Nürnberg und Halle, die Eröffnung des Standorts Hochdorf bei Nagold und die Schließung des Freudenstädter Hotels Teuchelwald. Auch die Neubesetzung der Leitung der Diakonissenschaft falle in Niethammers Amtszeit. »Du warst und bist ein Segen für uns«, fasste Liese Niethammers Wirkungszeit zusammen.

Die richtige Person mit Gespür für Chancen

An Jung gerichtet verband Liese frühe Erinnerungen aus gemeinsamer Jugendzeit mit der neuen Aufgabe der Leitung eines Gesundheitsunternehmens. Aus einer Bäckersfamilie mit eigenem Betrieb stammend kenne Jung die wirtschaftlichen Realitäten und Herausforderungen des Alltags. Außerdem habe dieser als ehemaliger Mittelstürmer in der Jungschar-Mannschaft »ein Gespür für Chancen und wie man sie entschlossen nutzt«. Das seien »Fähigkeiten, die Martha-Maria auch im Wettbewerb des Gesundheitssektors zugutekommen werden«, gibt sich der Vorstandsvorsitzende des Diakoniewerks überzeugt.

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Diakoniewerk Martha-Maria
Das Diakoniewerk Martha-Mariawurde 1889 als »Diakonissenanstalt« gegründet und ist ein selbstständiges Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche sowie Mitglied im Diakonischen Werk Bayern. Zum Diakoniewerk Martha-Maria gehören neben vier Krankenhäusern weitere soziale Einrichtungen mit mehr als 5.400 Mitarbeitern in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

www.martha-maria.de