Generalkonferenz 2028 Von Michael Löffler  | 

Generalkonferenz 2028 vor Herausforderungen

Oben in einem Kreis das Logo der Kirche: Kreuz und Flamme. In der Mitte der Text »Love, Serve, Lead – Empowered by the Holy Spirit« (Liebe, diene, führe – befähigt durch den Heiligen Geist). Unten der Kirchenname, Generalkonferenz und 8.–16. Mai 2028.
Logo der Generalkonferenz 2028 der Evangelisch-methodistischen Kirche
Bildnachweis: ResourceUMC / Evangelisch-methodistische Kirche
Verschärfte Einreisebestimmungen und politische Spannungen prägen die Planungen für die Generalkonferenz 2028 der weltweiten Kirche.
2 Minuten

Die geplante Generalkonferenz 2028 der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Minneapolis steht nicht nur vor organisatorischen Herausforderungen. Sie ist auch eng mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in den USA verbunden, die sich in den vergangenen Jahren verstärkt haben.

Die Generalkonferenz ist vom 8. bis 16. Mai 2028 in Minneapolis geplant.

Ort mit symbolischer Bedeutung

Minneapolis ist dabei kein neutraler Ort. Die Stadt wurde weltweit zum Symbol für gesellschaftliche Spannungen, insbesondere nach dem Tod von George Floyd im Jahr 2020. Die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt haben das Land nachhaltig geprägt – und auch Kirchen vor neue Fragen gestellt.

Diese Spannungen wirken bis heute nach. Anfang 2026 kam es erneut zu tödlichen Schüssen durch Sicherheitskräfte in der Stadt. Die 37-jährige Renée Good und der ebenfalls 37-jährige Alex Pretti kamen bei Einsätzen im Zusammenhang mit migrationspolitischen Maßnahmen ums Leben. Die Fälle lösten landesweit Proteste aus und stehen exemplarisch für eine angespannte gesellschaftliche Lage.

Verkürzte Tagung geplant

Die Generalkonferenz selbst soll nach aktuellen Planungen auf acht Tage verkürzt werden. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit des höchsten Kirchenparlaments der Kirche zu verbessern und die Belastung für die Delegierten zu reduzieren.

Sicherheit und Teilnahme im Blick

Zugleich rückt ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Teilnahme aller Delegierten. Schon in der Vergangenheit haben nicht alle Generalkonferenz-Delegierten eine Einreiseerlaubnis in die USA erhalten. Verschärfte Einreisebedingungen und eine strengere Durchsetzung von Migrationsbestimmungen erschweren es Gästen aus dem Ausland jetzt noch mehr, in die USA zu reisen. Verantwortliche betonen daher ausdrücklich die Notwendigkeit, Sicherheit und Zugänglichkeit zu gewährleisten.

Als Reaktion wird ein zweiter Tagungsort in Kanada vorbereitet. Delegierte, die kein Visum für die USA erhalten, sollen von dort aus an der Generalkonferenz teilnehmen können. Damit soll eine Lösung geschaffen werden, die die weltweite Beteiligung auch unter schwierigen politischen Bedingungen sichert.

Herausforderung für die weltweite Kirche

Die Entwicklung betrifft vor allem die Delegierten aus Afrika. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage der Teilnahme zusätzliches Gewicht. Wenn Delegierte nicht in die USA einreisen können, betrifft das die Vertretung ganzer Regionen. Damit wird deutlich: Kirchliche Prozesse lassen sich nicht losgelöst von politischen Rahmenbedingungen denken. Entscheidungen staatlicher Behörden wirken sich direkt auf die Möglichkeit aus, internationale Gemeinschaft zu leben.

Kirche in einem polarisierten Umfeld

Minneapolis steht damit für mehrere Ebenen zugleich: für gesellschaftliche Konflikte, für Fragen von Gerechtigkeit und Teilhabe – und für die Herausforderung, weltweite Kirche unter veränderten politischen Bedingungen zu gestalten.

Die Generalkonferenz 2028 wird daher nicht nur über kirchliche Zukunftsfragen beraten. Sie wird auch zeigen müssen, wie eine globale Gemeinschaft unter schwierigen Bedingungen zusammenkommt und ihre Verbindung in veränderten weltweiten Rahmenbedingungen lebt.

 

Weiterführende Links

Quelle: Planners shorten GC2028, discuss Minneapolis | UMNews.org
www.umnews.org/en/news/planners-shorten-gc2028-discuss-minneapolis

 

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Generalkonferenz
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine weltweite Kirche. Ihr höchstes Kirchenparlament ist die alle vier Jahre tagende Generalkonferenz. Sie legt das Recht und die Lehre der EmK fest und entwickelt sie weiter. Die Delegierten, je zur Hälfte Geistliche und Laien, diskutieren und entscheiden über die der Generalkonferenz vorliegenden Beschlussanträge. Beschlussanträge werden zunächst in Ausschüssen beraten. Erhalten sie dort die erforderliche Zustimmung, wird darüber im Plenum diskutiert und beschlossen. Bischöfe leiten die Sitzungen, haben aber weder Sitz noch Stimme.