Kirchenvorstand tagte in Fulda Von Michael Löffler  | 

Hoffnung, Wandel und Zukunft gestalten

Unter herbstlich gefärbtem Laub einer Weide stehen 13 Personen in Winterkleidung. In der Mitte steht Bischof Werner Philipp. Alle blicken freundlich in die Kamera. Links im Hintergrund steht ein Gebäude.
Der Kirchenvorstand tagte in Fulda: Gemeinsam wurden Wege für eine hoffnungsvolle und verantwortungsbewusste Zukunft beraten – in engem Austausch und mit Blick auf kommende Aufgaben.
Bildnachweis: Michael Löffler, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Hoffnung, Wandel und gemeinsames Gestalten: Der Kirchenvorstand beriet in Fulda über Zukunft, Zusammenarbeit und nachhaltige Verantwortung.
3 Minuten

Am 21. und 22. November kam der Kirchenvorstand der Region Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) zu seiner turnusmäßigen Sitzung im Bonifatiushaus in Fulda zusammen. »Kirchenvorstand« heißt in Deutschland der geschäftsführende Ausschuss der Regionalkonferenz, wie die frühere Zentralkonferenz jetzt genannt wird.

Geistlicher Beginn und Gedenken

Die Tagung begann mit einem geistlichen Auftakt, der noch einmal deutlich machte, wie eng Leitung und geistliches Leben miteinander verbunden sind. Bischof Werner Philipp eröffnete die Sitzung mit einer Lesung aus dem 1. Thessalonicherbrief (Kapitel 4, die Verse 13–18) – einem Text, der von Hoffnung spricht, gerade dort, wo Worte fehlen. In dieser Spannung stand das anschließende Gedenken an Kerstin Tews-Wischhöfer, die unerwartet verstorbene Ehefrau von Superintendent Olav Wischhöfer, der aus diesem Grund nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. In einer längeren Stille waren Trauer, Anteilnahme, Dankbarkeit und Fürbitte miteinander verwoben. Der Bischof erinnerte daran, dass christliche Hoffnung den Schmerz nicht überspringt, sondern ihn von Gottes Licht umfangen lässt. Die Andacht setzte einen besinnlichen und zugleich verbindenden Rahmen für die bevorstehenden Beratungen.

Austausch zu aktuellen Entwicklungen und Ehrenamt

Im weiteren Verlauf diskutierten die Mitglieder aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gemeinden. Genannt wurden neue Formen der Zusammenarbeit in verschiedenen Regionen, strukturelle Veränderungen bei den Jährlichen Konferenzen und in Bezirken sowie Fragen zur Einbindung und Unterstützung von Ehrenamtlichen. Auch Herausforderungen in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit wurden thematisiert.

Bericht aus dem Regionalkonferenz-Kabinett und strategische Planungen

Der Bericht aus dem Kabinett der Regionalkonferenz, dem die Superintendentin und die Superintendenten der drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland angehören, beleuchtete die Zusammenarbeit mit der Bethanien Diakonissen-Stiftung sowie Fragen der Personalentwicklung und Fortbildung. Dazu wurde beschlossen, als RK-Kabinett im kommenden Jahr in Klausur zu gehen, um langfristige Themen intensiver bearbeiten zu können.

Internationale Zusammenarbeit im Fokus

Beim Thema »Internationaler Austausch« ging es vor allem um die Vorbereitung eines Treffens der geschäftsführenden Ausschüsse der drei Regionalkonferenzen Europas im März 2026 an der Theologischen Hochschule in Reutlingen. Ziele sind eine vertiefte Zusammenarbeit, eine stärkere Vernetzung und erste Überlegungen zu gemeinsamen europäischen Strukturen – ein Prozess, der im Hinblick auf die Generalkonferenzen 2028 und 2032 weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Klimafreundliche Kirche als wichtiges Anliegen

Das Thema »Klimafreundliche Kirche« wurde ausführlich beraten. Der Kirchenvorstand unterstrich die Bedeutung von umweltbewusstem Handeln und nachhaltiger Gemeindearbeit und brachte zugleich sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass dieses Thema in Kirche und Gesellschaft derzeit nicht den notwendigen Stellenwert erhält.

Angesichts finanzieller und personeller Herausforderungen vieler Gemeinden wurde die weitere Verantwortung in die Jährlichen Konferenzen übergeben, da dort die nötigen Schritte am besten an regionale Erfordernisse angepasst werden können. Die Arbeit der Projektgruppe »Klimaneutrale Kirche« auf Ebene der Regionalkonferenz wird beendet. Der Kirchenvorstand dankt allen Beteiligten ausdrücklich für ihr großes Engagement.

Fachberichte, Beschlüsse und theologische Ausbildung

Mehrere Protokolle und Vorlagen aus den Bereichen Finanzen und Arbeitsrecht, Öffentlichkeitsarbeit und Ökumene wurden entgegengenommen. Ein wichtiger Beschluss betraf die Übernahme der neuen Fassung des Datenschutzgesetzes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das in der EmK zum 1. Januar 2026 in Kraft treten wird.

Darüber hinaus informierte sich der Kirchenvorstand über die weltweite Initiative zur Unterstützung des Endowment Fund for Theological Education, eine EmK-Stiftung, die die theologische Ausbildung außerhalb der USA stärkt. In vielen Regionen verfügen nur wenige Hauptamtliche über eine fundierte theologische Qualifikation. Für Deutschland wurde beschlossen, sich auf den Gottesdienst am 17. Mai 2026 zu konzentrieren und dafür Materialien wie Gemeindebrieftexte, kurze Videos und Gottesdienstbausteine bereitzustellen. Eine Vorbereitungsgruppe wird die Umsetzung koordinieren.

Verabschiedung von Reinhard Blechschmidt

Am Ende der zweitägigen Sitzung verabschiedete der Kirchenvorstand Reinhard Blechschmidt, der dem Gremium dreizehn Jahre lang angehört hatte. Bischof Philipp würdigte seine verlässliche Mitarbeit und das über viele Jahre eingebrachte Engagement.

 

Weiterführende Links

Endowment Fund for Theological Education

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Kirchenvorstand
Der Kirchenvorstand ist das geschäftsführende Gremium der Regionalkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und leitet die Arbeit des deutschen Teils der weltweiten Kirche zwischen den alle vier Jahre stattfindenden Tagungen der Regionalkonferenz (frühere Bezeichnung: Zentralkonferenz).

Die Zusammensetzung des Kirchenvorstands
Aus jeder der drei Jährlichen Konferenzen in Deutschland ist ein Superintendent/eine Superintendentin sowie der Vertreter bzw. die Vertreterin der Konferenz-Delegierten dabei. Dazu kommt aus der Regionalkonferenz je eine Person der Kommission für das Bischofsamt und der Kommission für Finanzen und Arbeitsrecht sowie je eine Person aus den vier dem Kirchenvorstand zuarbeitenden Fachgruppen. Außerdem gehört eine junge Person zu diesem Gremium. Beratend gehören der Kaufmännische Leiter und der Theologische Leiter der Kirchenkanzlei dem Kirchenvorstand an. Gemäß dem Beschluss der Regionalkonferenz kann der Kirchenvorstand bis zu zwei weitere Personen als stimmberechtigte Mitglieder zuwählen, um die zur Erfüllung seines Auftrags notwendige Vielfalt herzustellen

Zusammen mit dem Bischof und den beratenden Mitgliedern bilden derzeit sechzehn  Personen den Kirchenvorstand, davon fünf Frauen.