Veränderungen in der Kirchenkanzlei Von Michael Putzke  | 

Räume des Vertrauens schaffen

Vier Männer stehen nebeneinander in einem Kirchensaal vor Abendmahlstisch und Banner. Von links nach rechts: Simon Jost, Michael Löffler, Bischof Werner Philipp und Klaus Ulrich Rouf. Alle tragen formelle Kleidung und blicken freundlich in die Kamera.
Als neuer kaufmännischer Leiter der Kirchenkanzlei wurde Simon Jost (links) eingeführt und gesegnet, als theologischer Leiter Michael Löffler. Klaus Ulrich Ruof (rechts) wurde in den Ruhestand verabschiedet.
Bildnachweis: Michael Putzke
Mit einem Gottesdienst in Frankfurt wurde ein neues Team der Kirchenkanzlei der EmK eingeführt und der Pressesprecher Klaus Ulrich Ruof verabschiedet.
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Am 27. November fand in der Christuskirche am Merianplatz in Frankfurt ein feierlicher Gottesdienst statt. Unter dem Leitwort »vertrauen – leben –  teilen« führte Bischof Werner Philipp das neue Team der Kirchenkanzlei der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) ein und segnete es. Gleichzeitig verabschiedete er den langjährigen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Klaus Ulrich Ruof, in den Ruhestand.

vertrauen – leben – teilen

In seiner Predigt über Johannes 15, Verse 4 und 5, stellte der neue theologische Leiter der Kirchenkanzlei, Michael Löffler, das Wort Jesu »Bleibt in mir« in den Mittelpunkt. Er wies zu Beginn darauf hin, dass in diesem Gottesdienst auch Seul Lee aus Südkorea für ihren Dienst im »basement 26« gesegnet werde. Der Kinder- und Jugendtreff der Bethanien-Diakonissen-Stiftung liegt im Untergeschoss und ist von der Kirchenkanzlei gut sichtbar. Dies sei für ihn ein bleibendes Bild dafür, dass kirchliches Leben an der Basis stattfinde und die Kirchenkanzlei dieser Arbeit dienen soll.

Löffler führte aus, dass ihm in der Vorbereitung drei Begriffe wichtig geworden seien: »vertrauen – leben –  teilen«. Dies seien Tunwörter, die alltäglichen Glauben beschreiben. Beim »vertrauen« zitierte er Psalm 31,9, dass Gott die Füße auf weiten Raum stelle. Dies sei ein Bild dafür, dass Gott, der Vater, Menschen mit all ihren Fragen, Zweifeln und Bruchstellen annimmt und ihnen Raum schenkt, in dem Veränderung möglich wird. Er erinnerte an John Wesleys Bekehrungserlebnis, das diesen weiten Raum der Gnade öffnete, und verband damit den Wunsch, dass die Kirchenkanzlei Räume des Vertrauens mitgestalte.

Unter dem Stichwort »leben« erinnerte er an Jesu Verheißung, Leben in Fülle zu schenken. Viele Gespräche in Gemeinden seien jedoch von Resignation geprägt gewesen; so habe eine Frau erst kürzlich zu ihm gesagt: »Wir brauchen wieder Hoffnung.« Löffler deutete Jesu Wirken – sein Heilen, Berühren und Befreien – als Einladung, Glaube konkret zu leben. Er verwies auf die fehlende Darstellung des irdischen Wirkens und Lehrens Jesu im Glaubensbekenntnis und fragte, wie Kirche sich entwickelt hätte, wäre dieser Teil stärker im Bewusstsein verankert. Die methodistische Tradition, so sagte er, erinnere daran, dass Gnade gelebt werde und Heiligung ein Prozess sei, der den Alltag präge.

Unter dem Stichwort »teilen« wies Löffler schließlich darauf hin, dass Gottes Geist uns in Bewegung setzen möchte. Wer Gottes Vertrauen und Jesu Liebe erfahre, könne nicht für sich behalten, was ihn erfüllt. Löffler erinnerte an John Wesley, der gesagt habe, je mehr ein Mensch vom Leben aus Gott erfüllt sei, desto liebevoller sorge er sich um andere. Er erzählte von Begegnungen am Mittagstisch mit einem Obdachlosen und hob hervor, dass Teilen Hoffnung schenke und Gemeinschaft stärke.

Abschließend erinnerte er daran, dass alles kirchliche Tun in der Verbindung mit Christus wurzele. Frucht entstehe nicht durch Leistung, sondern durch Vertrauen. »vertrauen – leben –  teilen« seien Schritte des Glaubens, die Hoffnung wachsen ließen und Kirche lebendig machten.

Segnung der neuen Leitung der Kirchenkanzlei

Als neuer kaufmännischer Leiter der Kirchenkanzlei wurde Simon Jost eingeführt und gesegnet, als theologischer Leiter Michael Löffler. Er sei dankbar, dass Jost, sich »in die Fülle der Arbeit so engagiert eingearbeitet« habe, sagte Bischof Werner Philipp. Die lange Berufserfahrung als Anwalt und die Mitarbeit im Vorstand in der EmK-Gemeinde Brombach werde Jost bei der Arbeit in der Kirchenkanzlei zugutekommen. Als theologischer Leiter warte auf Michael Löffler ein Aufgabenfeld, das die EmK gerade jetzt brauche. Als Pressesprecher wird Löffler die »Stimme der Kirche« nach außen sein, erklärte der Bischof. Gleichzeitig soll er als »Theologe und geistlicher Kommunikator« Menschen in der Kirche ansprechen und miteinander vernetzen.

Zum Team der Kirchenkanzlei gehören weiter noch Joachim Holpp, Jesco Lauer, Melanie Lischewski, Johannes Olfermann und Oliver Schaub. Sie wurden vom Bischof ebenso gesegnet wie die Praktikantin Seul Lee.

Verabschiedung in den Ruhestand

Klaus Ulrich Ruof tritt nach fast zwei Jahrzehnten in der Leitung der Öffentlichkeitsarbeit der EmK in Deutschland in den Ruhestand. Seit 2006 prägte er als Pressesprecher und Referent für Öffentlichkeitsarbeit das kommunikative Profil der Kirche und vernetzte sie weit über deren Grenzen hinaus. Ruof verantwortete die Presse- und Medienarbeit der EmK, eine Aufgabe, die in der Kirchenkanzlei im engen Kontakt zum Bischofsamt angesiedelt war.

Die damalige Bischöfin Rosemarie Wenner erinnert sich, dass die Kirche jemanden suchte, der theologisches Denken, missionarischen Auftrag und Medienkompetenz verbindet. In Ruof fand sie einen Pastor, der lernbereit, strukturiert, mutig und mit der nötigen Resilienz ausgestattet war. Diese Eigenschaften halfen ihm, die EmK in einer Zeit rasanten digitalen Wandels in Deutschland sichtbar zu machen. Unter seiner Leitung entwickelte der deutsche Teil der EmK eine zeitgemäße Internetseite und führte ein neues Corporate Design und Logo ein.

Ruhestandsbischof Harald Rückert, der acht Jahre eng mit Ruof zusammenarbeitete, würdigte vor allem seine Belesenheit. Ruof beobachtete Themen, ordnete Entwicklungen ein und lieferte wertvolle Zusammenfassungen – weit über theologische Literatur hinaus. Diese »gesunde Neugier« verband sich mit Kreativität und handwerklichem Geschick. Das zeigte sich beispielsweise bei der Gestaltung der EmK-Stände auf den Evangelischen Kirchentagen, die Ruof als Erlebnis- und Gesprächsräume entwickelte. Aus schlichten Informationsständen wurden Orte der Begegnung.

Ruof gilt zudem als Netzwerker. Mit Ausdauer pflegte er Kontakte zu kirchlichen und nichtkirchlichen Pressestellen und positionierte die EmK in der kirchlichen Medienlandschaft. Rückert betonte, Ruofs Berichterstattung sei präzise, sprachlich klar und geprägt von tiefem Verständnis der kirchlichen Strukturen sowie der »Großwetterlage« in Kirche und Gesellschaft gewesen. Dabei habe er stets die weltweite Dimension der EmK im Blick behalten.

International ausgezeichnet

Die Arbeit von Ruof fand über Deutschland hinaus Anerkennung: Auf der Zentralkonferenz-Tagung 2025 in Würzburg erhielt Ruof den »Epikoinonía-Preis« der Öffentlichkeitsarbeit der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (»United Methodist Communications«, kurz UMCom) – eine Auszeichnung, die seine herausragende Arbeit würdigt. Die Pressesprecherin Jennifer Rodia (UMCom) betonte bei der Verleihung: »Wo es keine Kommunikation gibt, gibt es keine Gemeinschaft.« Ruof habe als Pastor und später als Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der EmK Menschen verbunden und die weltweite Kirche mit kreativen Impulsen aus Deutschland bereichert.

Der Autor

Michael Putzke lebt in Bremen. Er ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und leitet die Redaktion des zweiwöchentlich erscheinenden Kirchenmagazins »unterwegs«. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de