Ökumene in Deutschland Von Jens D. Haverland  | 

ACK zieht positive Bilanz ihrer Mitgliederversammlung

Auf Treppenstufen vor dem Eingang eines Gebäudes stehen etwas mehr als vierzig Menschen, manche von ihnen in geistlichem Ornat. Vor der offenen Tür steht ein Aufsteller mit dem Schriftzug »ACK«.
Delegierte der ACK-Mitgliedskirchen bei der 258. Mitgliederversammlung in Rastatt
Bildnachweis: Jens D. Haverland, ACK
Zeichen der Einheit, klare Stimme für den Frieden und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft
2 Minuten

Mit einer Reihe bedeutender Beschlüsse und Impulse ist am 19. März 2026 die 258. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Rastatt zu Ende gegangen. Zwei Tage berieten die Delegierten über zukünftige Perspektiven, diskutierten geopolitische Krisenherde und feierten die Aufnahme eines neuen Vollmitglieds.

Gemeinsame Erklärung zum Frieden

Aus aktuellem Anlass verabschiedeten die Delegierten am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung »in Sorge um den Frieden«. Die ACK ruft darin eindringlich zu Dialog, Gebet und internationaler Solidarität auf und bekräftigt ihre Überzeugung, dass nachhaltiger Frieden nur durch Verständigung und Diplomatie erreicht werden kann. Zugleich unterstreichen die Kirchen ihre gemeinsame Verantwortung, sich weltweit für Gewaltfreiheit, Menschenwürde und Religionsfreiheit einzusetzen.

Aufnahme eines neuen Vollmitglieds

Ein sichtbares Zeichen wachsender ökumenischer Verbundenheit ist die Aufnahme der Kirche des Nazareners als 20. Vollmitglied in die ACK. Die Mitgliederversammlung würdigte damit das langjährige Engagement der Kirche in der ökumenischen Zusammenarbeit und setzte ein klares Signal für die Vertiefung der Einheit der Christen in Deutschland.

Zukunft der ökumenischen Arbeit

Breiten Raum nahmen zudem die Beratungen über die Zukunft der ökumenischen Arbeit in Deutschland angesichts zunehmender finanzieller Herausforderungen ein. Die Delegierten verständigten sich auf Perspektiven zur Weiterentwicklung der zukünftigen Arbeitsstrukturen in sich wandelnden kirchlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Personelle Entscheidungen im Vorstand

Auch personelle Entscheidungen wurden getroffen: Bischof Werner Philipp (Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland) wurde als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand der ACK nachgewählt. Er folgt auf den ausgeschiedenen Pastor Christoph Stiba (Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden).

Beobachterstatus für die Interkulturelle Pfarrkonferenz

Ein weiteres wichtiges Anliegen war der Antrag der Interkulturellen Pfarrkonferenz (IPK) auf Beobachterstatus in der Mitgliederversammlung. Die rund 60 Delegierten der nun 20 Vollmitgliedskirchen unterstützten diesen Antrag einstimmig und mit großem Zuspruch in der Aussprache. Mit diesem positiven Votum wird der Antrag nun den Mitgliedskirchen der ACK zur endgültigen Zustimmung vorgelegt.

Fazit und Ausblick

Die 258. Mitgliederversammlung hat damit sowohl inhaltlich als auch strukturell wichtige Impulse gesetzt. Die ACK sieht sich gestärkt in ihrem Auftrag, die ökumenische Zusammenarbeit über 2028 hinaus zu gestalten, gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten und die Stimme der Kirchen in gesellschaftlichen Fragen hörbar zu machen.

Dank und Schlusswort des Vorsitzenden

Der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Reverend Christopher Easthill dankte den teilnehmenden Delegierten für ihr Engagement und aktive Mitarbeit: »Ich freue mich, dass wir wieder auch über schwierige und kontroverse Themen über Konfessionsgrenzen hinweg miteinander diskutieren konnten. Es ist wichtig, dass wir als Kirchen gemeinsam auftreten und wo immer möglich mit einer Stimme sprechen. Dazu trägt das gemeinsame Gebet, der offene Austausch und die vertrauensvolle Zusammenarbeit in gelebter Gemeinschaft bei.«

Der Autor

Pastor Jens D. Haverland ist evangelischer Referent und Beauftragter für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der ACK. Kontakt: jens.haverland(at)ack-oec.de

Zur Information

ACK in Deutschland
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) wurde am 10. März 1948 von fünf Kirchen gegründet. Im Jahr 2026 gehören ihr zwanzig Kirchen unterschiedlicher Traditionen an, weitere fünf Kirchen sind Gastmitglieder und fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Schwerpunkte der Arbeit der ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen, sie richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung aus, und auch die Vergabe des Ökumenepreises der ACK liegt in ihren Händen. Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die Mitgliederversammlung, die zweimal im Jahr zusammenkommt. Seit März 2025 ist der anglikanische Priester aus Wiesbaden, Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der ACK. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, die »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main: www.oekumene-ack.de