Weg zur Vollmitgliedschaft eröffnet
Die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland tagte am 10. und 11. September in Köln. Eine der Entscheidungen war die Weichenstellung für eine Vollmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche (NAK). Außerdem ging es um aktuelle Berichte aus Kirchen und Regionen sowie Entscheidungen für kommende Projekte und die Zukunft der Ökumene in Deutschland.
Den von der NAK gestellten Antrag auf Vollmitgliedschaft befürwortete die Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme. Bis zur Vollmitgliedschaft bedarf es allerdings noch der Zustimmung der ACK-Mitgliedskirchen. Deren Rückmeldungen werden bis Sommer 2026 erwartet. Wenn es keinen Widerspruch gibt, kann die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche als neues Vollmitglied bei der ACK-Mitgliederversammlung im Herbst 2026 erfolgen.
Darüber hinaus beschloss die Mitgliederversammlung, das Projekt »Weißt du, wer ich bin?« mit einer neuen Förderphase weiterzuführen. Die ACK fördert damit interreligiöse Begegnungen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Nachdem der Ökumenische Tag der Schöpfung für das Jahr 2025 kürzlich stattfand, beschlossen die Delegierten Ort und Motto für den Ökumenischen Tag der Schöpfung 2026. Die zentrale Feier findet im mittelhessischen Marburg an der Lahn statt. Das Motto ist dem alttestamentlichen Hiobbuch (Kapitel 38, Vers 18) entnommen: »Hast Du erkannt, wie weit die Erde ist?«. Der Schöpftungstag wird immer am ersten Freitag im September gefeiert und fällt im kommenden Jahr auf den 4. September.
Der Autor
Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de.
Zur Information
Neuapostolische Kirche
Die Neuapostolische Kirche (NAK) entstand im 19. Jahrhundert und vertrat lange den exklusiven Anspruch, »die Kirche Jesu Christi« zu sein. Ab den 2000er-Jahren öffnete sich die NAK zunehmend für die Ökumene. Die Entwicklung mündete 2012 in die Veröffentlichung eines neuen Katechismus. Nach Eigendarstellung der NAK wird die Kirche geistlich und organisatorisch von Aposteln geleitet. Deren vorrangige Aufgabe sei, Menschen das Heil in Jesus Christus nahezubringen.
Geistliches Oberhaupt und oberster Repräsentant ist der Stammapostel, der laut NAK den »Petrusdienst« ausübt. Dieser entscheidet letztverbindlich in Glaubensfragen. Stammapostel ist seit 2013 der Franzose Jean-Luc Schneider. Sein Amtssitz befindet sich im schweizerischen Zürich. In Deutschland hat die Kirche nach eigenen Angaben über 300.000 Mitglieder. Weltweit hat die Neuapostolische Kirche mehr als neun Millionen Mitglieder. Der Schwerpunkt liegt in Afrika mit nahezu acht Millionen Mitgliedern.
Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören neunzehn Kirchen. Weitere sechs Kirchen sind Gastmitglieder. Fünf Organisationen haben Beobachterstatus. Arbeitsschwerpunkte der 1948 gegründeten ACK sind die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie das gemeinsame Gebet und der Kontakt zu anderen ökumenischen Organisationen. Die ACK gestaltet dazu unter anderem den jährlichen zentralen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen und richtet den Ökumenischen Tag der Schöpfung im September aus. Auch die Vergabe des Ökumene-Preises liegt in den Händen der ACK.
Vorsitzender ist derzeit Pfarrer Christopher Easthill von der Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt »Ökumenische Centrale«, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Die Mitgliederversammlung ist das oberste beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den fünfzig Delegierten der Mitglieder und Gastmitglieder sowie ständigen Beobachtern, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst.






