SJK 2026 Von Michael Löffler  | 

Aufbruch zu neuen Ufern

Eine große Halle mit vielen Gottesdienst-Besuchern. Auf der Bühne stehen eine Frau und ein Mann, die die Besucher ansprechen. Hinter ihnen sitzt der Posaunenchor. Die Bühne ist mit Blumen geschmückt.
Mit einem festlichen Gottesdienst und vielen Begegnungen endete die diesjährige Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz in der Schwabenlandhalle Fellbach.
Bildnachweis: Michael Löffler, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Sieben Ordinationen, Dank für langjährige Dienste und viele Ideen für die Zukunft prägten den Konferenzgemeindetag zum Abschluss der SJK-Tagung.
3 Minuten

Trotz großer Sommerhitze machten sich viele Menschen am Sonntag, 21. Juni 2026, auf den Weg nach Fellbach in der Nähe von Stuttgart. Zum Abschluss der diesjährigen Tagung der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) kamen zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Schwabenlandhalle. Der Konferenzgemeindetag stand unter dem Motto »Bring & Share« (Mitbringen und Mitteilen). Er verband feierliche Momente, persönliche Begegnungen und den Blick nach vorn.

Schon der Gottesdienst zeigte Vielfalt. Bläserinnen und Bläser des Schwarzwaldverbands des Bundes Christlicher Posaunenchöre Deutschlands (BCPD) unter der Leitung von Marc Rabe gestalteten den Vormittag ebenso mit wie die eigens für die Konferenztagung zusammengestellte Band unter der Leitung von Toby Zucker, unterstützt von Musikerinnen und Musikern von »Hidden Haven«. Die Mischung aus Bläserklängen, modernen Liedern und eigenen Songs sorgte für eine besondere Atmosphäre. Beide Ensembles wurden mit langanhaltendem Applaus bedacht.

Aufbruch statt sicherer Hafen

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen die Ordination von sieben Pastorinnen und Pastoren sowie die Verabschiedung mehrerer Ruheständler. In seiner Predigt zu den Versen 1 und 2 im 16. Kapitel des Briefes an die Römer griff Bischof Werner Philipp die dort erwähnte Phoebe auf. Sie sei weit mehr als eine Randfigur der frühen Kirche gewesen. Paulus beschreibe sie als eine Frau, die Verantwortung übernommen, Menschen unterstützt und die Gemeinde geprägt habe. Besonders bemerkenswert sei, dass Paulus ausdrücklich festhalte, selbst auf ihre Unterstützung angewiesen gewesen zu sein. Der Apostel spreche nicht von einer Helferin am Rand, sondern von einer Frau, der er viel zu verdanken hatte.

In diesem Zusammenhang erinnerte Philipp an das Jubiläum »70 Jahre Frauenordination« in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Entscheidend sei die Einsicht, dass Berufung nicht von menschlichen Kategorien abhänge. Wo Menschen Begabungen mitbringen und sich berufen wissen, sei Kirche eingeladen, diesen Ruf wahrzunehmen und zu fördern.

Ein weiterer Gedanke zog sich durch die Predigt: Pastorinnen und Pastoren stehen nicht allein. Kirche lebe davon, dass Menschen einander unterstützen, Verantwortung teilen und gemeinsam unterwegs sind. Deshalb richte sich die Frage nach Berufung nicht nur an die Ordinierten, sondern auch an die Gemeinden.

Besonders eindrücklich war das Bild, das Philipp am Ende seiner Predigt entwickelte. Ausgangspunkt war Kenchreä, in der Antike der östliche Hafen von Korinth am Saronischen Golf, wo Phoebe als Diakonin der Gemeinde wirkte. Daraus entwickelte der Bischof ein Bild für den pastoralen Dienst: Wer ordiniert werde, erreiche keinen sicheren Hafen, sondern mache sich auf den Weg zu neuen Ufern.

Sieben Menschen sagen Ja

Ordiniert wurden Matthias Althöfer, Aleksandra Barafanova, Linnea Götz, Jihan Ha, Lorenz Härer, Shinae Jeon und Michael Roth. Sie bringen unterschiedliche Lebensgeschichten, Erfahrungen und Begabungen mit und werden künftig in verschiedenen Gemeinden und Arbeitsbereichen der Kirche tätig sein. Die Konferenzgemeinde sagte den Ordinierten Unterstützung und Begleitung zu.

Dank für viele Jahre Dienst

Mit großem Applaus wurden auch die Pastoren verabschiedet, die in den Ruhestand gehen: Wolfgang Bay, Robert Hoffmann, Thomas Mozer, Uwe Sassnowski, Thomas Schmückle und Ulrich Ziegler. Der Bischof würdigte ihren langjährigen Einsatz in Gemeinden, Bezirken und Arbeitsbereichen der Kirche. Vieles davon sei oft im Hintergrund geschehen, habe aber Spuren im Leben vieler Menschen hinterlassen. Die Verabschiedung war geprägt von Dankbarkeit und sichtbarer Wertschätzung.

Ideen weitergeben und voneinander lernen

Am Nachmittag wurde das Konferenzmotto noch einmal ganz praktisch aufgegriffen. Unter der Überschrift »Teilen – aber wie?« stellten Annika Finkbeiner und Alexander Striewski gemeinsam mit Gästen Projekte und Initiativen aus Gemeinden vor. Die Beispiele reichten von sozialen Angeboten über kreative Begegnungsorte bis hin zu neuen Formen von Gemeindearbeit. Musikalisch begleitet wurde das Programm von »Hidden Haven«. Viele nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Ideen mitzunehmen.

So verband der Konferenzsonntag Rückblick und Aufbruch, Dankbarkeit und Zukunftsperspektiven. Oder mit den Worten des Bischofs: »Der Hafen liegt hinter ihnen. Das Meer liegt vor ihnen. Und Christus geht mit uns allen mit.«

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Süddeutsche Jährliche Konferenz
Die SJK ist ein Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche und gliedert sich in die beiden Distrikte Südost und Südwest. Ihr Gebiet umfasst die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teile Nordrhein-Westfalens.

Bund Christlicher Posaunenchöre Deutschlands (BCPD)
Der BCPD vereint rund 1.400 Bläserinnen und Bläser aus evangelischen Freikirchen in Deutschland. Der Verband fördert die Arbeit der Posaunenchöre und unterstützt deren musikalischen Dienst in Gemeinden, Gottesdiensten und der Öffentlichkeit.