Kirchenkanzlei erhält erneut »Grünen Gockel«
Im Rahmen der erneuten Auszeichnung überprüfte der unabhängige Umweltprüfer Dr. Oliver Foltin das Umweltmanagement der Kirchenkanzlei. Begleitet wurde der Prüfungstag von Stefan Weiland, Projektleiter Grüner Gockel. An den Gesprächen und der Prüfung nahmen Bischof Werner Philipp, Simon Jost und Michael Löffler teil. Bischof Werner Philipp konnte aufgrund eines weiteren Termins nur am Vormittag dabei sein.
Verantwortung aus dem Glauben heraus
Im Vorwort des aktuellen Umweltberichts beschreibt Bischof Werner Philipp die Bewahrung der Schöpfung als geistliche und gesellschaftliche Aufgabe der Kirche. Angesichts globaler Krisen werde immer deutlicher, »wie eng Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung miteinander verwoben sind«. Dabei greift der Bischof den Gedanken aus Römerbrief (Kapitel 8, Vers 22) auf, wonach die ganze Schöpfung seufzt und auf Erlösung wartet. Christliche Hoffnung sei keine Vertröstung, sondern Kraftquelle für verantwortliches Handeln. Entscheidend sei die Glaubwürdigkeit des eigenen Handelns. Wörtlich formuliert Werner Philipp: »Glaubwürdigkeit wächst dort, wo wir selbst beginnen. Wo wir nicht nur mahnen, sondern leben, was wir als richtig erkannt haben.«
Hoffnung sichtbar machen
Wie sich diese Verbindung von Hoffnung und verantwortlichem Handeln konkret leben lässt, zeigt auch der aktuelle Umweltbericht der Kirchenkanzlei. Dort wird unter anderem die Initiative »Hoffnung unterwegs« vorgestellt, mit der Werner Philipp seit Ende vergangenen Jahres Gemeinden in ganz Deutschland besucht. Bei jedem Besuch pflanzt der Bischof gemeinsam mit der Gemeinde einen Apfelbaum als Zeichen gelebter Hoffnung. Die Hoffnung gründe dabei nicht in menschlichem Optimismus, sondern im Kreuz Jesu Christi – dort, wo Leid und Tod nicht das letzte Wort haben. Hoffnung soll deshalb nicht nur gepredigt, sondern sichtbar gelebt werden – im Umgang mit Menschen ebenso wie im Umgang mit Gottes Schöpfung.
Weitere Schritte geplant
Die Kirchenkanzlei setzt sich seit vielen Jahren für nachhaltiges Arbeiten und einen verantwortlichen Umgang mit Energie und Materialien ein. Die erste Zertifizierung mit dem »Grünen Gockel« erfolgte bereits 2013. Seitdem prägen Recyclingpapier, digitale Abläufe und bewusstes Reiseverhalten den Arbeitsalltag.
Für die kommenden Jahre werden weitere Maßnahmen vorbereitet. Dazu gehören Überlegungen für ein eigenes kirchliches Projekt zum CO₂-Ausgleich, das gemeinsam mit der EmK-Weltmission entwickelt werden könnte. Zugleich soll der eingeschlagene Weg zu einer klimabewussten Kirche weiter gestärkt werden – etwa durch den Einkauf umweltfreundlicher und fair hergestellter Produkte, die Förderung digitaler Arbeitsformen und die Begleitung von Gemeinden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
Für Werner Philipp zeigt sich die eigentliche Stärke dieser Arbeit in ihrer Wirkung nach außen: »Wenn viele Menschen an vielen Orten beginnen, Verantwortung zu übernehmen, entsteht eine Dynamik der Hoffnung.«
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Der Autor
Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de
Zur Information
Grüner Gockel (Grüner Hahn)
Der »Grüne Gockel« (www.gruener-gockel.net) ist ein Umweltmanagementsystem für Kirchengemeinden und kirchliche Werke. Die Umweltauswirkungen einer Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung werden erfasst und bewertet. Aus den Erkenntnissen werden Ziele abgeleitet, bei deren Umsetzung schädliche Umweltauswirkungen reduziert und positive Auswirkungen verstärkt und ausgebaut werden. Dazu gehören klare Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche in den Gemeinden, die Umsetzung stetiger Verbesserungen beim Verbrauch von Energie und Wasser, die umweltgerechte Gestaltung von Außenanlagen sowie die Berücksichtigung nachhaltiger Produkte im Einkauf und bei der Verwendung in der Gemeinde. Nach einem mehrjährigen Zertifizierungsprozess wird die Gemeinde oder Einrichtung mit dem Zertifikat »Grüner Gockel« (in anderen Regionen »Grüner Hahn«) ausgezeichnet. Alle drei Jahre ist eine Rezertifizierung nötig. Homepage:
Siehe auch das ökofaire Zertifizierungsprogramm SchöpfungsLEITER für Kirchengemeinden, Institutionen und Einrichtungen: www.schoepfungsleiter.de






