Leitungstreffen in Calgary Von M. Löffler (nach Heather Hahn, UM News)  | 

Die Kräfte der Kirche entdecken und teilen

Acht Teilnehmende aus Deutschland stehen in zwei Reihen für ein Gruppenfoto beim EmK-Leitungstreffen in Calgary. Hinter ihnen sind ein buntes Veranstaltungsmotiv und die Worte »Lead Courageously« zu sehen.
Die Teilnehmenden aus Deutschland beim weltweiten Leitungstreffen der EmK in Calgary (Kanada). Vorn (von links): Bischof Werner Philipp, Moritz Mosebach, Imke Sewing, Pastorin Marie-Theres Ringeis und Bischöfin i. R. Rosemarie Wenner. Dahinter (von links): Pastorin Anne Detjen, Deborah Holzapfel und Richard Künzel.
Bildnachweis: Privat
In Calgary geht es um die Mittel der weltweiten EmK und darum, wie Gemeinden einander unterstützen können. Beispiele kommen aus Afrika und Asien.
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Welche Möglichkeiten hat die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK), ihren Auftrag auch künftig zu erfüllen? Dieser Frage widmeten sich die Teilnehmenden am 23. Oktober, dem dritten Beratungstag des weltweiten Leitungstreffens in Calgary (Kanada). Dabei ging es um die Fähigkeiten der Menschen, kirchliche Gebäude und finanzielle Mittel – und darum, wie Gemeinden sie besser nutzen und teilen können.

Nicht nur auf fehlende Mittel schauen

Besonders in den USA bereiten rückläufige Gottesdienstbesuchszahlen und unsichere Finanzen vielen Gemeinden Sorgen. Jüngere Leitungspersonen wollten den Blick jedoch nicht auf das Fehlende beschränken. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden ist jünger als 35 Jahre.

Pastorin Laura B. Kigweba, Leiterin der Arbeit mit Basisinitiativen bei der internationalen Kommission für Diakonie und gesellschaftspolitische Verantwortung (General Board of Church and Society, GBCS) der EmK, regte an, zu fragen, welchen Dienst Kirchengebäude ermöglichen und wofür vorhandenes Geld eingesetzt werden könnte.

Pastorin Dorlimar LeBron, Leiterin des Bereichs Kirchenbeziehungen bei Wespath (Wespath Benefits and Investments), der in den USA angesiedelten internationalen Pensions- und Krankenkasse der EmK, erinnerte daran, dass Gemeinden weltweit nicht über die gleichen Mittel verfügen. Sie könnten jedoch voneinander lernen und einander unterstützen. Dazu gehöre, nicht nur Hilfe anzubieten, sondern auch anzunehmen.

Christlicher Glaube und gesellschaftliche Verantwortung

Von den Folgen umfangreicher Einsätze der US-Einwanderungsbehörden in Minneapolis berichtete Pastor Tyler Ho-Yin Sit von der Northeast United Methodist Church in Minnesota (USA). Familien seien in Not geraten: Menschen wurden festgenommen oder abgeschoben, andere trauten sich kaum noch zur Arbeit. Sit erzählte von Nachbarn, die Kinder auf ihrem Schulweg begleiteten, und von Gemeindemitgliedern, die Geld für Familien bereitstellten, denen der Verlust ihrer Wohnung drohte. Er warnte vor autoritären Entwicklungen. Nach seinen Angaben leben 89 Prozent der Teilnehmenden am Leitungstreffen in Calgary in Ländern, die autoritär regiert werden oder sich in diese Richtung entwickeln. Christliche Nachfolge bedeute, Hungernde zu versorgen, Kranke zu pflegen und Fremde willkommen zu heißen. So lasse sich Ausgrenzung entgegentreten.

Der Weg zur Diakonisse

Diakonisse Leah Wandera aus Kenia setzt sich für den Aufbau der methodistischen Diakonissenarbeit in Afrika ein. Als sie selbst dieser Dienstgemeinschaft beitreten wollte, fehlte ihr zunächst die erforderliche Vorbereitung. Sie holte diese nach und wurde 2022 eingesegnet. »Manchmal bedeutet mutige Leitung nicht, eine Tür aufzubrechen«, sagte Wandera. »Manchmal bedeutet es zu sagen: Zeig mir die richtige Tür. Ich komme trotzdem.«

In Nigeria, Kenia, Simbabwe, Tansania und Malawi sind inzwischen insgesamt 19 Diakonissen und Mitarbeitende im Laienmissionsdienst tätig.

Lange Wege und wenig Geld

Nach kirchlichen Trennungen wollten junge Leitungspersonen auf den Philippinen Jugendliche in abgelegenen Gebieten wieder persönlich besuchen. Sie legten ihr knappes Geld zusammen und waren 14 bis 18 Stunden mit Motorrädern und Fähren unterwegs. Einmal mussten sie wegen schlechten Wetters vier Tage auf die Weiterfahrt warten.

Davon berichtete Dave Uriel Angelo Rombaoa von den Philippinen. Er ist Vorsitzender der nationalen methodistischen Jugendgemeinschaft und Mitglied im Connectional Table, einem weltweiten Leitungsgremium zur Koordination von Mission, Vision und Ressourcen der Kirche.

Rombaoa fragte, weshalb die jungen Menschen diese Reisen weitgehend selbst bezahlen müssten. Die weltweite Kirche solle ihren Einsatz nicht nur anerkennen, sondern auch unterstützen. »Die Kirche ist nicht dazu berufen, Treue nur aus der Ferne zu bewundern«, sagte er.

Beratungen gehen weiter

Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen Empfehlungen für die weitere Entwicklung der EmK. Pastorin Rhoda Gowarto Manzo aus Nigeria zeigte sich ermutigt. Die Begegnung mit Menschen aus vielen Ländern gebe ihr ein Gefühl der Zugehörigkeit. Sie sei überzeugt, dass die EmK eine gute Zukunft habe.

 

Weiterführende Links

Originalbericht (UM News, Englisch): www.umnews.org/en/news/gathering-begins-to-imagine-church-yet-to-be

www.unitedmethodistbishops.org/newsdetail/united-methodist-church-gears-up-for-major-leadership-gathering-20038865

www.umnews.org/en/news/leadership-gathering-moves-ahead-amid-challenges  

the-holy-club.blogs.audiorella.com

Programmheft (PDF, Englisch)

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Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Die Originalautorin ist Heather Hahn.