Umweltzertifizierungsprogramm Von Klaus Ulrich Ruof  | 

Ein Programm, das zum Gemeindemotto passt

Die baptistische »Gemeinde am Döhrener Turm« in Hannover macht bei der »Schöpfungs-Leiter« mit. Frank Hellberg (Mitte) interviewt im Auftaktgottesdienst die Prozessbegleiterin Ortrun Onnen und den Umweltberater Stefan Weiland.
Die baptistische »Gemeinde am Döhrener Turm« in Hannover macht bei der »Schöpfungs-Leiter« mit. Frank Hellberg (Mitte) interviewt im Auftaktgottesdienst die Prozessbegleiterin Ortrun Onnen und den Umweltberater Stefan Weiland.
Bildnachweis: privat
Erstmals findet die »Schöpfungs-Leiter« außerhalb der Evangelisch-methodistischen Kirche Anwendung. Eine baptistische Gemeinde in Hannover macht den Anfang.
2 Minuten

Hannover-Südstadt, unweit des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Maschsees: Dort liegt die zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland gehörende baptistische »Gemeinde am Döhrener Turm«. Vor zwei Monaten fand dort der Auftaktgottesdienst statt, in dem sich die Gemeinde mit dem Ziel der Umweltzertifizierung »Schöpfungs-Leiter« auf den Weg machte. Damit ist diese baptistische Gemeinde die erste außerhalb der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), die das in der EmK entwickelte Umweltzertifizierungsprogramm durchführt.

Ein zum Gemeindemotto passendes Programm

Über die kirchlich gut vernetzte Umweltarbeit kamen die Baptisten aus der Hannoveraner Südstadt in Berührung mit der Schöpfungs-Leiter. So kam es, dass die rund vierhundert Mitglieder zählende Gemeinde sich für das ausdrücklich auf die Gemeinde ausgerichtete und mit einem starken biblischen Ansatz arbeitende Umweltzertifizierungsprogramm interessierte. »Es ist schön, dass wir zu unseren EmK-Pilotgemeinden in Hamburg und Böblingen nun auch noch eine baptistische Gemeinde bei der Schöpfungs-Leiter mit dabeihaben«, freut sich Stefan Weiland über die sich  ausweitende Arbeit. Beruflich als Umweltberater aktiv, ist Weiland seit Anfang Oktober im Auftrag der EmK für die Begleitung von Gemeinden zuständig, die ihre Arbeit umweltgerecht weiterentwickeln wollen.

Zum Einstieg in die Schöpfungs-Leiter heißt es in einem Artikel der zweimonatlich erscheinenden »Gemeindenachrichten«: Das Umweltzertifizierungsprogramm passe zum Gemeindemotto »christusorientiert, menschenfreundlich, weltoffen« und ergänze die mit Flüchtlingswohnheim und Schülerbistro stark diakonisch ausgerichtete Gemeinde.

Systematisierung bisheriger Einzelmaßnahmen

Außerdem führe die Schöpfungs-Leiter die 2019 für die Gemeinde beschlossenen »Leitlinien zum Umwelthandeln unserer Gemeinde« logisch weiter und setze einen Schwerpunkt in »Weltverantwortung« und »Achtung der Schöpfung Gottes«. In diesen Leitlinien hatte die baptistische Gemeinde sieben Handlungsfelder beschrieben. In den Bereichen Energie, Abfall, Wasser, Einkaufsverhalten, Bau, Außenanlagen sowie Verkehr beschrieb die Gemeinde »mit wenigen Sätzen als Selbstverpflichtung«, wie sie einen positiven Beitrag für die Umwelt setzen wollte.

Nach mancherlei »Einzelmaßnahmen« »könnte die Schöpfungs-Leiterunser Bemühen systematisieren«, beschreibt der für den Gemeindearbeitskreis Weltverantwortung zuständige Frank Hellberg die Bedeutung des Zertifizierungsprogramms. Gemeindemitglieder würden stärker eingebunden, eine externe Begleitung bringe Impulse ein, und das Bemühen um Nachhaltigkeit könne infolgedessen auch stärker nach außen dokumentiert werden. »Eine Erkenntnis bleibt uns wichtig«, schreibt der jetzt im Ruhestand lebende frühere Lehrer und Schulleiter: »Uns Menschen ist die Erde von Gott anvertraut. Unser Auftrag ist es, mit der gesamten Schöpfung verantwortlich umzugehen und als Ebenbilder Gottes sein Werk zu achten und zu bewahren.«

Externe Begleitung

Begleitet wird die Gemeinde von Ortrun Onnen. Die promovierte Agraringenieurin gehört zu einer der Hamburger EmK-Gemeinden. Sie begleitet als kirchliche Umweltauditorin Gemeinden bei deren Überlegungen, ihre Gemeindearbeit nachhaltig und schöpfungsgemäß weiterzuentwickeln. Die beiden Pastoren der Gemeinde am Döhrener Turm, Andreas Ullner und Henning Großmann, werden in ihren Predigten Aspekte von Schöpfungsbewahrung und Nachhaltigkeit aufnehmen. Außerdem wird die Gemeinde für die Weiterarbeit in Gruppen eine Broschüre für die persönliche Vertiefung und das Gespräch in Gruppen zur Verfügung stellen. Dazu gehören auch Praxisanregungen zur Umsetzung der Impulse.

 

Weiterführende Links

Die Gemeinde am Döhrener Turm im Internet
Auftaktgottesdienst zur Schöpfungs-Leiter am 4. September (You-Tube-Video)
Umweltzertifizierungsprogramm »Schöpfungs-Leiter«

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de