Norddeutsche Jährliche Konferenz Von Michael Putzke  | 

NJK 2026: Kirche im Wandel der Zeit

Ein einzelnes Schaf steht auf einer grünen Wiese mit leicht geneigtem Hang unter einem bewölkten Himmel. Links oben steht der Text 'Gemeinde in stürmischen Zeiten'. Im unteren Bereich sind die Wörter 'Abbruch', 'Umbruch' und 'Aufbruch' in bunten Buchstaben angeordnet.
NJK 2026: Zwischen Abbruch, Umbruch und Aufbruch: Gemeinden im Wandel
Bildnachweis: EmK Öffentlichkeitsarbeit / NJK
Die Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz spricht die Herausforderungen an, denen sich Gemeinden in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen stellen müssen.
2 Minuten

Die Gemeinden stehen unter Druck. Mitgliederzahlen sinken, vertraute Strukturen bröckeln, gesellschaftliche Veränderungen fordern Kirche und Gemeindeleben heraus. Gleichzeitig entstehen neue Ideen, neue Formen von Gemeinschaft und Hoffnung. In diesem Spannungsfeld bewegt sich die 34. Jährliche Konferenz der Norddeutschen Jährlichen Konferenz (NJK), die vom 28. bis 31. Mai 2026 in Braunfels stattfindet.

Transformationsprozesse

Unter dem Motto »Gemeinde in stürmischen Zeiten. Abbruch. Umbruch. Aufbruch« greift die Konferenz die Situation vieler Gemeinden im Norden auf, erklärt Superintendent Holger Sieweck. Das Thema beschreibt Transformationsprozesse, die nicht nur kirchlich, sondern gesamtgesellschaftlich spürbar sind. Entwickelt wurde es in Zusammenarbeit Jens Stangenberg, der am Freitag das Referat zum Thema halten wird. Der baptistische Pastor, Trainer, Autor und Podcaster ist in der Ökumene ein gefragter Impulsgeber. Mit seiner Frage, wie »Gemeinschaften der Hoffnung« entstehen können und »welche Zukunftserzählung uns trägt«, will er Mut machen. Besonders die »Leuchtkraft kleiner Gruppen« sieht er als Chance, aus dem verbreiteten »Gefühl des Zuwenig« herauszufinden. Bereits bei der Distriktsversammlung der Hauptamtlichen im Herbst 2025 hatte Stangenberg mit seinem Vortrag »Alles im Fluss – Gemeinden zwischen Erosion und Vitalisierung« wichtige Denkanstöße gegeben.

Austausch über neue Struktur

Die NJK hat sich im vergangenen Jahr neu organisiert: Im neu gebildeten Distrikt Norddeutschland wurden die Gemeindebezirke in zehn Regionen gegliedert. Nun steht ein erster Austausch über diese Struktur an. Zudem steht die Neujustierung der Parität von Haupt- und Ehrenamtlichen für das Jahrviert 2027 bis 2031 an. Da die Zahl der Hauptamtlichen sinkt, wird dies auch die Zahl der stimmberechtigten ehrenamtlichen Delegierten beeinflussen. Für Gesprächsbedarf sorgt darüber hinaus das Digitalisierungsprojekt der EmK, das von der SJK vorangetrieben wird, aber alle Konferenzen betrifft.

Diskussionsstoff bietet in diesem Jahr der kirchliche Umgang mit der AfD. Nachdem diese Debatte in allen Jährlichen Konferenzen geführt wurde, liegt nun ein Positionspapier zum Umgang mit menschenfeindlichen Gruppierungen vor. Zwei Anträge sehen vor, dass eine aktive Mitarbeit in oder öffentliche Unterstützung der AfD mit einer Mitgliedschaft in Kirche oder NJK unvereinbar sein kann.

Die geschlossene Sitzung der Hauptamtlichen wird sich mit Aufnahmen in die Jährliche Konferenz und in den Bund der Ordinierten befassen: Pastorin auf Probe Katrin Schinkel (Bezirk Kassel) und Pastor auf Probe Markus Sochocki (Bezirk Bergisches Land) stehen zur Ordination an.

Gottesdienste als Höhepunkte

Im Eröffnungsgottesdienst mit Abendmahlsfeier am 28. Mai predigt Christof Voigt, Rektor der Theologischen Hochschule Reutlingen, in der Evangelischen Friedenskirche. »In Gottes Hand« lautet das Thema und nimmt dabei Bezug auf einen Text der Apostelgeschichte 27, der vom Schiffbruch des Apostel Paulus erzählt. Den Abschluss der Konferenztagung bildet am Sonntag, 31. Mai, um 10 Uhr der Ordinations- und Sendungsgottesdienst im Haus des Gastes. Bischof Werner Philipp predigt über das Thema »Aufbruch«.

Der Autor

Michael Putzke lebt in Bremen. Er ist Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche und leitet die Redaktion des zweiwöchentlich erscheinenden Kirchenmagazins »Unterwegs«. Kontakt: redaktion(at)emk.de