OJK 2026 Von Stephan Ringeis  | 

Finanzieller Spielraum für die Gemeinden

Ein Mann in grauem Jackett übergibt einem anderen Mann ebenfalls in einem grauen Jackett ein Paket mit Geschenken. Darum herum stehen weitere vier Männer, teils mit Blumen in der Hand. Sie lächeln.
Superintendent Mitja Fritsch übergibt Reinhard Blechschmidt ein Paket mit Geschenken und verabschiedet den Vorsitzenden der Laienmitglieder der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz mit herzlichem Dank.
Bildnachweis: OJK
Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz nimmt den positiven Jahresabschluss 2025 dankbar zur Kenntnis und strebt einen Kulturwandel an.
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Der zweite Tag der Beratungen der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK) war stark vom Bericht der Kommission für Finanzen bestimmt.

Solidarität soll bleiben, Eigenverantwortung gestärkt werden

Die Kommission für Finanzen konnte einen positiven Jahresabschluss für 2025 vorlegen. Die Konferenz bestätigte ihn dankbar. Vielfältige Aktionen auf Gemeindeebene wurden den finanziellen Herausforderungen der Konferenz gerecht.

Die Kommission stellte ein Grundsatzpapier für ihre Arbeit vor. Der Vorsitzende der Kommission, Pastor Stephan Ringeis, sprach von einer Art der Selbstvergewisserung, aber auch Fokussierung. Er fragte, welche Richtlinien die Kommission bei ihren zahlreichen Einzelentscheidungen leiten solle. Bezüglich des Anteilesystems, der Form der Umlage in der OJK, betonte er: »Dieses System sorgt dafür, dass wir als Konferenz solidarisch miteinander unterwegs sind, aber auch die Eigenverantwortung gestärkt wird.« Dabei ginge das System immer vom Gesamten aus und jeder Bezirk sei für einen Anteil verantwortlich. So zahle kein Bezirk sein »Personal« selbst, sondern immer einen Anteil vom Gesamtpersonal des Konferenzgebiets. Veränderungen im System, wenn etwa ein Bezirk eine Verringerung seiner finanziellen Verpflichtungen erbitte, hätten immer auch eine Wirkung auf die Verpflichtungen aller anderen Bezirke.

Gehaltsentwicklung soll regelbasiert geschehen

Bezüglich der Gehaltsentwicklung für die Dienstgemeinschaft der Geistlichen und auch für die Angestellten im Verwaltungsbereich verfolge die Kommission ab jetzt konsequent die Angleichung an die gültigen Tabellen im Bereich der Regionalkonferenz Deutschland oder des Arbeitsvertragsrechts des Diakonischen Werks in der Fassung der EmK. Ringeis betonte, »strukturelle Schieflagen in der Konferenz dürften nicht weiterhin auf dem Rücken der Dienstgemeinschaft abgefedert werden.«

Bezüglich der Immobilien möchte die Kommission einen Kulturwandel bewirken: weg vom Substanzverlust und hin zu einer verantwortlichen Verwaltung der Gebäude. Im Grundsatz gebe es viel zu viele Immobilien im Bereich der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz im Verhältnis zu der Arbeit vor Ort. Finanzielle Ressourcen würden in Gebäude fließen, die nur zu einem Teil für die Arbeit passten. Darüber hinaus plant die Kommission regelbasiert Erträge und Erlöse aus Immobilien für die Finanzierung der Pensionsverpflichtungen zu nutzen. Dadurch würden die Gemeinden entlastet.

Haushalt einstimmig beschlossen

Jörg Ringeis gab als Schatzmeister des Kirchenparlaments seinen letzten Bericht. Er wird diese Aufgabe abgeben, bleibt der Konferenz aber als Referent für Finanzen und Ehrenamt erhalten. Er dankte den Gemeinden für ihre finanziellen Gaben und alle Anstrengungen, die Einnahmen zu erhöhen. Am Ende einer intensiven Sitzungszeit zum Thema wurde der Konferenzhaushalt 2026 mit einer Gehaltsanpassung ab dem 1. Juli 2026 einstimmig ohne Enthaltung verabschiedet.

Offenheit und Austausch verlangen Übung

Reinhard Blechschmidt stand ein letztes Mal als Konferenzlaienführer vor dem Kirchenparlament. Insgesamt 33 Jahre war er in der Leitung der Laienmitglieder der Konferenz tätig. Dankbar schaute er zurück. Sehr persönlich schilderte er, was ihn bewegt: »Warum gelingt es uns oft nicht, über unterschiedliche Prägungen und Standpunkte hinweg miteinander zu reden?« Dies müsse doch in einer christlichen Kirche möglich sein. Er warb dafür, aufeinander zuzugehen. Trotz einer sehr konstruktiven Konferenzatmosphäre sei auch in diesen Tagen in Plauen deutlich geworden, dass Offenheit und Austausch bei manchem brisanten Thema Übung verlange.

Am Ende seines Statements verabschiedete sich Reinhard Blechschmidt: »Mit euch Laien zu arbeiten war ein Geschenk.« Mit diesem Satz schloss er seinen Bericht, in dem er die Konferenz und die Gemeinden zu einem geschwisterlichen Miteinander trotz aller Unterschiede ermutigte.

 

Weiterführende Links

Homepage der OJK 2026: www.emk-ojk.de/ojk2026/ojk2026-home
Programm, Zeiten und Orte der Konferenzveranstaltungen: www.emk-ojk.de/ojk2026/ojk2026-programmablauf

Der Autor

Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Konferenz. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de

Zur Information

Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz ist ein Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche. Ihr Gebiet umfasst die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und gliedert sich in die Distrikte Zwickau und Dresden. Das Parlament hat rund 160 Mitglieder. Es ist zuständig für etwa 100 Gemeinden in rund 40 Bezirken mit etwas mehr als 10.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen (Stand: 31.12.2025).