»Gott hat längst sein Ja gesprochen«
Am Sonntag, 7. Juni 2026, endete die viertägige Ostdeutsche Jährliche Konferenz (OJK). Der Morgengottesdienst in der Plauener Erlöserkirche stand ganz im Zeichen des Themas »Berufung«. Im Sendungsgottesdienst am Nachmittag verlas Werner Philipp, der für Deutschland zuständige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), die Dienstzuweisungen für das neue Konferenzjahr. Die Kinderkonferenz und ein »Markt der Möglichkeiten« vervollständigten ein buntes Programm mit vielen Begegnungsmöglichkeiten.
Das Thema der diesjährigen Konferenztagung »Ja! Ich will. Gott helfe mir« war der rote Faden, der sich durch alle Veranstaltungen zog. Auch Bischof Werner Philipp nahm in seiner Predigt im Morgengottesdienst am Sonntag den Gedanken auf. Dieses »Ja! Ich will. Gott helfe mir« käme nicht nur bei einer Ordination, bei Trauungen oder bei der Übernahme eines Amtes zum Tragen, sondern es berühre jede christliche Existenz. Er erinnerte in seiner Auslegung zur Berufungsgeschichte der ersten Jünger (Markusevangelium, Kapitel 1, Verse 16-20), dass allem menschlichen Planen und Handeln der göttliche Ruf vorausgehe: »Bevor ein Mensch sein Ja findet, hat Gott längst sein Ja gesprochen. Bevor wir Christus suchen, hat Christus uns gesucht.« Am Ende einer intensiven Tagung sei dies eine wichtige und entlastende Einsicht: Angesichts intensiver Diskussionen und Planungen könne der Eindruck entstehen, die Zukunft der Kirche hinge vor allem von unseren Konzepten oder Beschlüssen ab. Doch, so Bischof Philipp, »die Kirche lebt zuerst davon, dass Christus Menschen ruft. Sie entsteht nicht aus menschlicher Initiative, sondern aus Gottes Initiative.«
Dieser Ruf Gottes habe nach biblischem Zeugnis vor allem im Alltäglichen seinen Platz. Die ersten Jünger waren mit ihrer Arbeit beschäftigt, als Jesus sie rief. Nach den Tagen in Plauen ginge die Konferenzgemeinde wieder in ihren Alltag zurück. Die oft unübersichtlichen Verantwortungsbereiche würden während einer solchen Tagung manchmal in den Hintergrund geraten. Aber genau dort werde Gottes Ruf laut. Dabei wartet Gott »nicht auf ideale Bedingungen. Er verlangt nicht, dass unser Leben vollkommen geordnet ist. Er begegnet Menschen in den konkreten Umständen ihres Lebens und eröffnet ihnen eine neue Perspektive.«
Die biblische Erzählung von den ersten Jüngern beschreibe keine Glaubenshelden, sondern erzähle von Menschen, die an Grenzen geraten und auch scheitern. Und doch habe Jesus an ihnen festgehalten, unterstrich Bischof Philipp: »Ihre Berufung gründet nicht auf ihrer Vollkommenheit, sondern auf seiner Treue«. Die Geschichte der Kirche beginne nicht mit starken Menschen. Sie beginne mit Menschen, die sich haben rufen und berufen lassen. »Sie beginnt mit einem Ja, das auf Gottes Ja antwortet.«
Am Nachmittag verkündete Bischof Werner Philipp die Dienstzuweisungen für die Pastorinnen und Pastoren und alle hauptamtlich Mitarbeitenden. Gottes Sendung gelte allen, auch den Gemeinden vor Ort. Mit dem Ende des Sendungsgottesdiensts vertagte sich die Ostdeutsche Jährliche Konferenz auf das nächste Jahr.
Stabwechsel bei der Öffentlichkeitsarbeit
Mit der Konferenztagung 2026 endet der Dienst von Pastor Stephan Ringeis als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der OJK. Bereits 2003 bis 2007, ab 2016 kommissarisch und dann ab 2019 regulär war Stephan Ringeis beauftragt, die öffentliche Wirksamkeit der Evangelisch-methodistischen Kirche im Bereich der OJK nach innen und außen zu stärken. In seinem Bericht blickte er auf viele gute Erfahrungen und spannende Aufgaben zurück.
Als neuer Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der OJK erhielt Pastor Christian Posdzich, Zwickau, eine Dienstzuweisung. Stephan Ringeis wird weiterhin als Senderbeauftragter der Freikirchen beim Mitteldeutschen Rundfunk tätig sein und Verantwortung für die Rundfunkarbeit von insgesamt elf Freikirchen bzw. freikirchlichen Bünden tragen.
Auf Wiedersehen in Leipzig
Im kommenden Jahr wird die Ostdeutsche Jährliche Konferenz vom 28. bis 30. Mai 2027 in Leipzig tagen. Der neu gebildete Kooperationsraum, zu dem die Gemeinden Halle, Dessau, Leipzig Kreuzkirche und Leipzig Bethesdakirche gehören, lädt ein. Die Gemeinden, die beschlossen haben, miteinander unterwegs zu sein, wollen das »Projekt Konferenz 2027« nutzen, um ihr Netzwerk auszubauen und die Gemeinschaft zu stärken.
Weiterführende Links
Die Autoren
Pastor Stephan Ringeis ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche für die Ostdeutsche Jährliche Konferenz. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit.ojk(at)emk.de;
Pastor Christian Posdzich ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit für die Ostdeutsche Jährliche Konferenz ab September 2026.
Zur Information
Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz ist ein Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche. Ihr Gebiet umfasst die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und gliedert sich in die Distrikte Zwickau und Dresden. Das Parlament hat rund 160 Mitglieder. Es ist zuständig für etwa 100 Gemeinden in rund 40 Bezirken mit etwas mehr als 10.000 Kirchengliedern und Kirchenangehörigen (Stand: 31.12.2025).






