Hoffnung unterwegs Von Michael Löffler  | 

Hoffnung unterwegs – Auftakt der Bischofstour

Auf einer Wiese stehen vier Personen nebeneinander: zwei Frauen und zwei Männer. Sie sehen freundlich in die Kamera. Vor ihnen steht der frisch gepflanzte Apfelbaum. Ein Teil eines Spatens ragt ins Bild. Im Hintergrund eine Straße mit Autos.
Der erste Apfelbaum im Rahmen der Aktion »Hoffnung unterwegs« ist gepflanzt: Pastorin Rebekka Tibbe (ev.-luth. Kirchengemeinde St. Jürgen), Pastorin Gillian Horton-Krüger (EmK), Peter Krüger und Bischof Werner Philipp
Bildnachweis: Privat
Auftakt von »Hoffnung unterwegs« in Flensburg: Ein bewegender Gottesdienst, starke Zeichen der Gemeinschaft und ein Apfelbaum, der Hoffnung sichtbar wachsen lässt.
2 Minuten

Mit Flensburg hat am 2. Advent der erste Besuch der neuen Initiative »Hoffnung unterwegs« von Bischof Werner Philipp stattgefunden. Der Bezirk Kiel/Flensburg, der seit 2025 aus drei Gemeinden besteht, bildete den Auftakt der geplanten deutschlandweiten Tour. Viele Geschwister aus Kiel – begleitet von Pastor Rainer Prüßmann – machten durch ihre Teilnahme am Gottesdienst im über 90 Kilometer entfernten Flensburg deutlich, wie lebendig die Verbundenheit des Bezirks ist.

Wahrnehmung »hat gutgetan«

Für die Flensburger Gemeinde, die seit einigen Jahren gastfreundlich im Gemeindezentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Jürgen beheimatet ist, war der Besuch ein wichtiges Zeichen der Wahrnehmung. Pastorin Gillian Horton-Krüger beschreibt die Bedeutung so:

»Wir sind eine kleine Gemeinde mit kleiner Kraft, ohne eigenes Gemeindezentrum und in äußerster Randlage der Regionalkonferenz. Mitzubekommen, dass wir dennoch in der Kirchenkanzlei im Blick sind und dass sich der Bischof mit seiner Frau Isabel einfach so zu uns auf den Weg machte – all das hat gutgetan.«

»Saat der Hoffnung« – Ein Gottesdienst, der bewegt

In seiner Predigt führte Bischof Philipp in das Gleichnis vom Senfkorn ein (Markusevangelium, Kapitel 4,Verse 30 bis 32). Hoffnung beginne im Kleinen, sagte er, und sei keine optimistische Verheißung, sondern eine Entdeckungsreise, die auch die Dunkelheiten ernst nimmt. Hoffnung wachse dort, wo Menschen treu kleine Schritte gehen – und wo Gott das Wachstum schenkt.

Der Bischof erläuterte zudem die geografische Symbolik der ersten vier Stationen: Flensburg im Norden, Wangen im Allgäu im Süden, Thalheim im Osten und Essen im Westen – daraus entstehe gleichsam ein Kreuz der Hoffnung über Deutschland, ein geistliches Zeichen, dass Christus sein Wirken nicht an Größe oder Stärke bindet, sondern an die Treue der Gemeinden vor Ort. Die Gottesdienstgemeinde nahm diese Impulse intensiv auf. Viele waren berührt von der Einladung, ein winziges Senfkorn in die Hand zu nehmen. Ein Gemeindeglied fasste seine Entdeckung so zusammen: »Der Baum wächst nicht, um bewundert zu werden, sondern um Schatten und Schutz zu bieten.«

Der Hoffnungsbaum – gepflanzt mit vielen Händen

Nach dem Gottesdienst wurde der erste »Hoffnungsbaum« der Tour gepflanzt. Dank der engen ökumenischen Verbindung konnte dafür das Gelände der lutherischen Gemeinde St. Jürgen genutzt werden. Pastorin Rebekka Tibbe kam eigens dazu, nachdem sie ihren Gottesdienst beendet hatte.

Bei der Pflanzaktion selbst packten viele Hände mit an – unter ihnen Peter Krüger, der Ehemann von Pastorin Horton-Krüger. Gepflanzt wurde ein Gravensteiner-Apfelbaum, der für das deutsch-dänische Grenzgebiet und seine bewegte Geschichte steht. Besonders eindrücklich war für Pastorin Horton-Krüger ein Moment, der für sie zum Sinnbild des Tages wurde: Ein junger Mann aus einer ghanaischen Familie und ein 91-jähriger Flensburger füllten gemeinsam Erde in das Pflanzloch – ein Bild der Hoffnung, die Generationen und Kulturen verbindet. Pastorin Horton-Krüger beschreibt die Atmosphäre des Tages so: »Dass der Samen der Hoffnung eine gute Bewässerung braucht – das erwähnte die Liturgie. Der stetige Nieselregen, der uns begleitete, hat diesen Gedanken liebevoll unterstrichen.«

Ein Auftakt, der trägt

Der Besuch in Flensburg hat gezeigt, wie sehr Hoffnung unterwegs im Alltag der Gemeinden ankommt: ohne Festcharakter, dafür mit Nähe, Zuwendung und offenen Augen für das Kleine. Der frisch gepflanzte Apfelbaum mit Blick auf die Förde steht nun als erstes sichtbares Zeichen des groß gewordenen Samenkorns. Hoffnung ist unterwegs – und sie wächst.

 

Weiterführende Links

Gemeinde Flensburg im Gemeindeatlas
Gravensteiner Apfelbaum (Wikipedia)

Der Autor

Michael Löffler ist Theologischer Leiter der EmK-Kirchenkanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Bezirk Kiel/Flensburg (EmK)
Der Bezirk Kiel/Flensburg besteht seit 2025 aus drei Gemeinden: Flensburg, Kiel und der International Kiel Church (IKC). Er verbindet sehr unterschiedliche Gemeinden – von der kleinen, ökumenisch eingebundenen Flensburger Gemeinde über die traditionsreiche Stadtgemeinde Kiel bis hin zur international geprägten IKC.

Gemeinsam tragen die drei Gemeinden eine lebendige, missionarische Ausrichtung: offene Gastfreundschaft, geistliche Vertiefung und praktische diakonische Arbeit. Die regionalen Entfernungen sind groß, doch die Verbundenheit ist spürbar – besonders durch gemeinsame Gottesdienste, gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte. Der Bezirk versteht sich als geistliche Einheit, die Vielfalt als Stärke sieht und im Miteinander ihren Glauben lebt.