Soforthilfe nötig Von Klaus Ulrich Ruof  | 

Wasser, soweit das Auge reicht

Die Brücke von Blanytre zum Lower Shire ist nicht mehr befahrbar. Das gesamte Gebiet steht unter Wasser.
Die Brücke von Blanytre zum Lower Shire ist nicht mehr befahrbar. Das gesamte Gebiet steht unter Wasser.
Bildnachweis: EmK-Weltmission, Melitta Gordon
Stürme und heftige Regenfälle sorgen in Malawi für Überschwemmungen. Vor allem der Süden des südostafrikanischen Landes ist betroffen. Hilfe ist nötig.
2 Minuten

In der zurückliegenden Woche sorgten starke Stürme und heftige Regenfälle in Malawi für Schäden. Nach weiteren Regenfällen ist der Süden des Landes, das im Südosten Afrikas liegt, fast komplett überflutet. Nach Informationen aus der in Wuppertal ansässigen Zentrale der EmK-Weltmission sprechen Einheimische von den »schlimmsten Überflutungen der letzten Jahrzehnte«. Frank Aichele, der Missionssekretär und Leiter des Missionswerks für den deutschen Teil der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), bittet darum, »den betroffenen Geschwistern in Malawi durch eine Spende zu helfen«.

»So etwas gab es noch nie«

Olav Schmidt ist für die EmK-Weltmission in Malawi tätig. Er hilft der dort wachsenden Kirche bei der Aus- und Weiterbildung von Pastorinnen, Pastoren und Laien und unterstützt die Kirche in ihrer Entwicklung. »Eigentlich beginnt die Regenzeit im November und endet im Februar, sie zieht vom Süden her in den Norden des Landes«, schreibt Schmidt im Blick auf die aktuellen massiven Regenfälle. Mittlerweile setze die Regenzeit erst im Dezember ein. Außerdem gebe es viel häufiger Zyklone, die vom Indischen Ozean über Mosambik nach Malawi ziehen.

Die jetzigen Regenfälle hätten in der Mitte des Landes selbst die gut ausgebauten Straßen zwischen den Städten Blantyre im Süden und Lilongwe in der Zentralregion für einige Stunden unpassierbar gemacht. »So etwas gab es bisher noch nie«, sagt der seit gut fünf Jahren dort lebende Missionar. In einem der ärmsten Stadtteile von Blantyre habe der Fluss Nasolo im Handwerkerviertel Holzlager, fertige Möbel und andere Produkte mit sich gerissen. »Eine wirtschaftliche Katastrophe für die Händler und Handwerker«, sagt Schmidt, der mit seiner Familie in Blantyre lebt.

Verheerende Schadensbilanz

Besonders der Süden des Landes leide unter den von den Bergen herabfließenden Wassermassen, denen die entwaldeten Gebiete in der Tiefebene nichts entgegenzusetzen haben. Dörfer und Felder seien »in Seenlandschaften« verwandelt. »Die Bilanz alleine aus dem Raum unserer Kirche ist verheerend«, schreibt Schmidt. In Zahlen: »Fünf Kirchen sind beschädigt, zwei wurden zerstört, mehr als 50 Wohnhäuser müssen repariert werden, rund 180 Felder wurden zerstört, die gerade ausgebrachte Saat fortgeschwemmt.«

Seit außerdem die Ausläufer des Zyklons Ana in Malawi eintrafen, »regnet es ununterbrochen, Windböen peitschen den Menschen entgegen«. Weite Teile des Landes seien ohne Strom, weil die Wasserkraftwerke, aus denen Malawi rund neunzig Prozent des Stroms gewinnt, abgeschaltet werden mussten.

Unterstützung ist gefragt

Die Regierung habe, so Schmidt, nach dem Zyklon Idai vom März 2019 versucht, Menschen in höher gelegene Gebiete umzusiedeln. In einem Land, in dem fast jeder Quadratmeter besiedelt oder als Ackerland genutzt werde, sei eine solche Maßnahme jedoch schwer umsetzbar. Schnelle und wirksame Lösungen seien nicht in Sicht. »Damit zählt jede Hilfe in besonderer Weise«, versucht Schmidt die Notwendigkeit zur Unterstützung der Menschen in Malawi deutlich zu machen.

Der Leiter der EmK-Weltmission beziffert den Schaden »der jetzt schon bekannten Fälle« auf eine »Summe von weit über 50.000 Euro«. Als Soforthilfe habe die EmK-Weltmission der EmK in Malawi 5.000 Euro überwiesen. Angesichts der zu erwartenden weiteren Schadensmeldungen bittet er die Menschen der EmK in Deutschland darum, »den betroffenen Geschwistern in Malawi durch Ihre Spende zu helfen«.

 

Weiterführende Links

Bericht von Olav Schmidt
Informationen zur Arbeit der EmK in Malawi

Der Autor

Klaus Ulrich Ruof ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher für die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Kontakt: oeffentlichkeitsarbeit(at)emk.de

Zur Information

Spendenmöglichkeit
Spenden für Malawi können unter dem Stichwort »Malawi-Flut« auf das Konto der Weltmission überwiesen werden:

EmK-Weltmission: IBAN: DE65 5206 0410 0000 4017 73 (BIC: GENODEF1EK1)

Für eine Zuwendungsbescheinigung sind im Verwendungszweck neben dem Stichwort auch Name und Anschrift (Straße und PLZ) des Spenders anzugeben.

EmK-Weltmission
Die »EmK-Weltmission« ist zuständig für Weltmission und internationale kirchliche Zusammenarbeit. Sie ist eine Einrichtung der Zentralkonferenz Deutschland der Evangelisch-methodistischen Kirche. Leiter ist Missionssekretär Frank Aichele. Der Sitz des Missionsbüros ist in Wuppertal. Die Kommission für Mission und internationale Zusammenarbeit unter der Leitung von Bischof Harald Rückert beaufsichtigt die Arbeit, entscheidet über Strategie, Projekte und Haushalt der EmK-Weltmission und entsendet Missionarinnen und Missionare in den internationalen Dienst.

www.emkweltmission.de